Kleine Herzen, große Gefühle
Es ist angerichtet. Der Schaum gut verteilt über beide Wangen, das Messer gezückt, die Klinge gewetzt. Jetzt muss Sweeney Todd nur noch seines Amtes walten und einen gezielten (Schluss-)Strich ziehen, dann ist das Leben jenes Mannes, der seine Frau vergewaltigt (und damit in den Irrsinn getrieben) hat und nun kurz davor ist, sich auch die Tochter einzuverleiben, beendet.
Der Rachegott hätte seine Ruhe, und vielleicht könnte auch der Barbier Benjamin Barker aus der Fleet Street, der vor 15 Jahren zu Unrecht verbannt wurde und nun zurückgekommen ist, um sein Werk zu vollenden, wieder einige Nächte lang gut schlafen. Doch just in dem Moment, der ihm Erleichterung verschaffen würde, wird er gestört.
Als Stephen Sondheim Ende der 1970er-Jahre daranging, das Theaterstück «Sweeney Todd» von Christopher Bond zu vertonen, schien ihm diese Stelle, an der sich die tragische Titelfigur von einem «privaten Mörder in einen Serien- oder öffentlichen Mörder verwandelt», als zu wenig schlüssig. Sondheim fehlte die Motivation für Todds Verwandlung, und so komponierte er (unter tätiger Mithilfe seines Librettisten Hugh Wheeler) ein Stück, das Legende wurde: «Epiphany». Doch nicht der liebe Gott ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten
In seinem Buch mit dem vielsagenden Titel «Demented: The world of the Opera Diva» (London, 1984) schreibt der amerikanische Theaterhistoriker Ethan Mordden: «Die bösartigste aller Fehden zwischen zwei Diven ist eine, zu der es nie gekommen ist: die zwischen Maria Callas und Renata Tebaldi.» So muss das Vorurteil, das der «voce d’angelo» der Tebaldi die...
Nach der Uraufführung von Bellinis «Zaira» 1829 in Parma hagelte es Spott: Wer die Inspiration von Herrn Bellini finden sollte, werde gebeten, sie im Büro des Impresarios abgeben – so der bissige Appell auf den Straßenaushängen tags darauf. Die auf Voltaires gleichnamiger Tragödie beruhende Oper in der Libretto-Fassung von Felice Romani war der erste große...
alpha
13.02. – 21:45 Uhr
Gluck: Alceste
Bayerische Staatsoper, 2019
ML: Manacorda, I: Cherkaoui, S: Röschmann, Castronovo, Nagy
arte
31.01. – 00:00 Uhr
Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker
Salzburger Festspiele, 2021
Das Konzert präsentiert ein (spät-)romantisches Programm: Bruckners Symphonie Nr. 7; die Mezzosopranistin Elīna Garanča...
