Kleine Herzen, große Gefühle
Es ist angerichtet. Der Schaum gut verteilt über beide Wangen, das Messer gezückt, die Klinge gewetzt. Jetzt muss Sweeney Todd nur noch seines Amtes walten und einen gezielten (Schluss-)Strich ziehen, dann ist das Leben jenes Mannes, der seine Frau vergewaltigt (und damit in den Irrsinn getrieben) hat und nun kurz davor ist, sich auch die Tochter einzuverleiben, beendet.
Der Rachegott hätte seine Ruhe, und vielleicht könnte auch der Barbier Benjamin Barker aus der Fleet Street, der vor 15 Jahren zu Unrecht verbannt wurde und nun zurückgekommen ist, um sein Werk zu vollenden, wieder einige Nächte lang gut schlafen. Doch just in dem Moment, der ihm Erleichterung verschaffen würde, wird er gestört.
Als Stephen Sondheim Ende der 1970er-Jahre daranging, das Theaterstück «Sweeney Todd» von Christopher Bond zu vertonen, schien ihm diese Stelle, an der sich die tragische Titelfigur von einem «privaten Mörder in einen Serien- oder öffentlichen Mörder verwandelt», als zu wenig schlüssig. Sondheim fehlte die Motivation für Todds Verwandlung, und so komponierte er (unter tätiger Mithilfe seines Librettisten Hugh Wheeler) ein Stück, das Legende wurde: «Epiphany». Doch nicht der liebe Gott ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten
Der eine, Freund Fritz, will nicht heiraten, nicht um den Wettpreis eines Weinbergs, den ihm sein Kumpel David verspricht, und obwohl er schon lange Zuneigung zu Suzel hegt. Der andere, Postillon Chapelou, heiratet dafür gleich zwei Mal: einmal die Gastwirtin Madeleine und dann, zehn Jahre später, als er in Paris als Opernstar «Saint-Phar» Furore macht, Madame de...
alpha
13.02. – 21:45 Uhr
Gluck: Alceste
Bayerische Staatsoper, 2019
ML: Manacorda, I: Cherkaoui, S: Röschmann, Castronovo, Nagy
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31.01. – 00:00 Uhr
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Da steht eine kaputte Kutsche im Winterwald von Fontainebleau, dem Ort der ersten Begegnung den spanischen Kronprinzen und seiner französischen Braut, die es nicht bleibt, weil die Politik dazwischenkommt und der König selbst zugreifen wird. Es ist dunkel – und heller wird es den ganzen langen Abend nicht mehr. Wir schauen in finstere Kloster- und...
