Klarheit, Tiefe, Witz

Der Geiger Bernhard Forck kennt René Jacobs seit fast drei Jahrzehnten. Ein Dankesgruß zum 70. Geburtstag

Opernwelt - Logo

Es mag paradox klingen bei einem Musiker, der sich der Alten Musik verschrieben hat: René Jacobs ist ein Künstler, der immer in die Zukunft blickt, voller Pläne und neuer Ideen. Nur deshalb konnte er so viele unbekannte und vergessene Kompositionen wieder zum Leben erwecken und uns so viele scheinbar vertraute Werke überraschend anders hören lassen. Ich denke an die Opern von Cavalli, Cesti, Scarlatti, Steffani, Kaiser, Telemann, Hasse, Traetta und vielen anderen, die er in Brüssel, Paris, Wien oder Berlin herausbrachte.

Und ich denke an seine Mozart-Aufnahmen, die viel beachtete, neue Akzente setzten.

Ich lernte René kennen, als er 1987 zusammen mit der Akademie für Alte Musik ein Konzert mit Kantaten und Liedern Telemanns sang. Sein unverkennbares Timbre, seine einprägsame Deklamation beeindruckten mich tief. Aus der Begegnung entstand eine intensive, für mich prägende musikalische Zusammenarbeit. Meine erste Opernproduktion mit ihm war Cavallis «La Calisto» in Brüssel, inszeniert von Herbert Wernicke. In «seinem» Orchester Concerto vocale hatte René hervorragende Musiker unterschiedlichster Nationalitäten versammelt, sprang in den Proben spielend vom Französischen ins Englische, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Bernhard Forck

Weitere Beiträge
Glück aus dem Graben

«Die Sitze sind eng, hölzern hart und bemerkenswert unbequem», urteilte der Reiseschriftsteller Horst Krüger 1987 über den «Arbeitsplatz» der Zuschauer im Bayreuther Festspielhaus. Es muss also schon etwas mit den Inhalten zu tun haben, wenn das Publikum nach einer rund sechsstündigen Aufführung emphatisch einen Künstler bejubelt. Und natürlich dessen Leistung. So...

Learning by Doing

Der Lärmpegel in der Salzburger Universitätsaula ist hoch. Und er klingt heller als bei einer normalen Premiere. Damit auch die Kleinsten die Bühne sehen, werden Sitzkissen verteilt. Zwei Techniker schrauben noch am Bühnenbild, da legt das Orchester schon mit barocken Tänzen los. Und plötzlich singen die Handwerker mit, der eine nennt sich Franz Flaut, der...

Apropos... Dresden

Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte...