Kinder, spukt weiter!
Im Quartett der Rhein-Main-Theaterstädte Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Mainz kann letztgenannte dank Neugier und Vielfalt künstlerisch und spielplanerisch gut mithalten. Auf hessischer Seite fusionierte die Ballett -sparte von Wiesbaden mit Darmstadt; dem Mainzer Tanzensemble gelingt seit der Ära Martin Schläpfer und spätestens seit der vertanzten «Tanzsuite mit Deutschlandlied» von Lachenmann im Jahr 2005 immer wieder auch im zeitgenössischen Fach ein Publikums- und Kritikerfolg.
Gleiches gilt für das Musiktheater: Der weiland regieführende Intendant George Delnon öffnete als Koproduzent der Münchener Biennale mit Mark Andres geflüsterter Apokalypse-Oper «… 22,13 …» die Tür zur Neuen Musik ganz weit, sodass der liberale Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der über Heidegger promovierte, ein flammendes Plädoyer auf die notwendige Geworfenheit neuer Klänge hielt – unvergessen.
In diesem aufgeschlossenen Klima findet Sondheims «Sweeney Todd» ebenso sein Publikum wie Rihms «Eroberung von Mexiko». Bei Rihm führte vor zwei Jahren der am Ende dieser Spielzeit scheidende GMD Hermann Bäumer Sängerinnen, Sänger und Orchester zu wahrlich avancierter Höchstleistung. Wie bei der ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Achim Heidenreich
Die Namen von Robert Fürstenthal und Walter Aptowitzer sind vermutlich nur wenigen Eingeweihten ein Begriff. Beide Komponisten stammten, wenngleich sie unterschiedlichen jüdischen Milieus angehörten, aus Wien; beide mussten 1938, nach dem «Anschluss» Österreichs, ihre Heimat verlassen, um nicht in die Fänge des nationalsozialistischen Terrors zu geraten; und beide...
Der 17. Juni 1949 war einer jener Tage, den wohl keine Sängerin, die je die Rolle der druidischen Priesterin verkörpert hat, wird vergessen können. An diesem mild-warmen Sommertag stand im Teatro Colón zu Buenos Aires die (Musik)Welt für einen Moment still, atemlos staunend. An der Seite von Fedora Barbieri, Mario del Monaco und Giulio Neri sang Maria Callas die...
Grimmig sieht er aus, der Licht- und Feuerbringer, von Schatten umgeben, verdüstert irgendwie. Doch liest man die Verse, die der Geheimrat Goethe seinem «Prometheus» in die Seele streute, muss man sich nicht wundern. Da fürchtet jemand um den Bestand der Erde, und weil er ein aufrichtiger Geist ist, gibt der an den Kaukasus geschmiedete Menschenfreund dem obersten...
