Editorial Opernwelt 4/25
Aus der Schweiz dringt ungute Kunde zu uns: Luzerns Stimmbürgerinnen und -bürger votierten Anfang Februar gegen einen sogenannten «Projektierungskredit» für den Neubau des städtischen Theaters. 58 Prozent der Befragten stimmten mit Nein, und das, obwohl das Stadtparlament sich zuvor einhellig, über alle Parteigrenzen hinweg, für das mit 130 Millionen Schweizer Franken vergleichsweise kostengünstige Vorhaben ausgesprochen hatte. Hintergrund der Ablehnung ist ein Streit um den nach längerem, diskursintensivem Vorlauf gekürten Entwurf.
Denkmalpfleger, Kulturschaffende sowie einzelne Architekten sahen darin eine Beeinträchtigung der ans Theater angrenzenden Jesuitenkirche; sie monierten, dass die Freie Szene in Luzern benachteiligt werden könnte, sollte dieser Entwurf tatsächlich realisiert werden. Bleibt es beim Nein, könnte das fatale Folgen für das Theater Luzern haben. Im schlimmsten anzunehmenden Fall müsste das Dreispartenhaus womöglich seinen Spielbetrieb einstellen – das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1839 ist dringend renovierungsbedürftig.
Gut 900 Kilometer nördlich haben sie ganz andere Sorgen. Luxussorgen. Denn ginge es nach dem erklärten Willen von Klaus-Michael Kühne, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
Aufgebaut
Eine Oper, die auf Interviews basiert und eine ganze Generation porträtieren will: «We Are The Lucky Ones» - das sind Menschen, die zwischen 1940 und 1949 geboren wurden. Philip Venables blickt in seinem neuen Stück, das beim «Opera Forward Festival» uraufgeführt wird, auf jene Generation zurück, die die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt hat. Wir...
Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit...
Man nehme eines der zahlreichen Shakespeare-Stücke – in diesem Falle «Viel Lärm um nichts» –, streiche den Hauptstrang des dramatischen Plots, den Scheintod der schönen Hero und ihre glückliche Wiederauferstehung, konzentriere sich auf die beiden Nebenfiguren Béatrice und Bénédict, beide angeblich Liebes- und Eheverächter, die durch eine Intrige dann zum...
