«Ich lebe nicht für die Oper – ich lebe, um glücklich zu sein»

Sie ist derzeit vermutlich die Idealbesetzung der Lucia und gehört auch in anderen Belcanto-Partien zur Crème de la Crème. Dennoch gilt Adela Zaharia in der Szene nach wie vor als Geheimtipp, auch weil sich die rumänische Sopranistin nicht in den Vordergrund drängt. Ein Gespräch über Lebenspläne, gekünstelte Gesten, (allzu) große Emotionen und die komplizierte DNA ihrer Landsleute

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Frau Zaharia, Ihr Weg zur Oper scheint nicht der geradlinigste gewesen zu sein. Sie haben als Pianistin begonnen und wollten dann Musikwissenschaftlerin werden. Singen war nur die dritte Option?
Und Oper die vierte. Ich habe sechzehn Jahre Klavier gelernt und ein Lehrdiplom erworben, darf also unterrichten – hoffentlich kommt es niemals dazu (lacht) … Das Instrument hat mich nicht wirklich inspiriert, es handelte sich mehr um eine Caprice. Musikwissenschaft erschien mir viel interessanter. Mein Berufsweg war klar vorgezeichnet.

Erst auf der Highschool wechselte ich im letzten Jahr zum Gesang.

Das alles geschah in Arad. Gibt es dort ein Opernhaus?
Nein, aber eine Philharmonie, die wir jede Woche mit der Schule besuchten. Sogar nachdem ich in Cluj-Napoca, also in Klausenburg, das Gesangsstudium aufgenommen hatte, dachte ich, dass ich niemals Oper singen würde. Das konzertante Liedrepertoire, auch mit Orchester, lag mir viel näher, und ich hätte nie gedacht, auf der Bühne gut genug als Schauspielerin sein zu können.

Aber dann verschlug es Sie nach Berlin ...
Ich hatte keinen Agenten, kein Netzwerk, keine echte Perspektive in Rumänien. Dann bekam ich, sozusagen versehentlich, einen ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Interview, Seite 36
von Volker Tarnow

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