Keiner schlafe!
Ein herrlicher Blick auf malerische Ruinen, über weites Land: Romantischer als auf Burg Hellenstein kann Open-Air-Oper kaum sein. In diesem Jahr erklingt über dem Städtchen Heidenheim an der Brenz, auf der württembergischen Ostalb, das berühmte «Nessun dorma», das Prinz Kalaf in Giacomo Puccinis «Turandot» singt. Im Graben steht der Nürnberger Generalmusikdirektor Marcus Bosch, ein gebürtiger Heidenheimer, der 2009 die sommerlichen Opernfestspiele in seiner Heimatstadt übernahm; vor ihm erstmals die Musiker der Stuttgarter Philharmoniker.
«Wir wollten erstens ein sehr gutes Orchester haben», sagt der Dirigent, «und zweitens die Achse nach Stuttgart ausbauen. Außerdem werden die Opernfestspiele vom Land subventioniert, und die Stuttgarter Philharmoniker bekommen ihrerseits Geld, um im Land zu spielen. Das passte alles gut zusammen.»
Bosch geht es um eine Professionalisierung des Festivals. Dafür sorgt auch das seit 2009 fertig gestellte Festspielhaus unweit der Ritterburg. Es ermöglicht nicht nur bei schlechtem Wetter den Umzug der kompletten Produktion in den Saal, sondern auch einen deutlichen Ausbau des Konzertprogramms. Glaubt man Bosch, kann die Akustik mit der vieler ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Susanne Benda
Es gibt ein Nachspiel. Da steht der Regisseur Frank Castorf im Buhgewitter vor dem Vorhang des Bayreuther Festspielhauses und steht und steht. Er will einfach nicht abgehen, schaut auf die Uhr, schaut auf die wütende Menge, zeigt ihr den Vogel. Will er etwas sagen? Das Publikum will es jedenfalls nicht hören. Immerhin hatte Castorf sechzehn Stunden Zeit, alles zum...
Frau Te Kanawa, Sie waren eine der begehrtesten Sängerinnen der Achtziger- und Neunzigerjahre. Sie hätten allen Grund, in Ihre eigene Stimme «verliebt» zu sein. Sind Sie es?
Ach, dafür war es zu viel Arbeit. Ich musste mich immer zu sehr um meine Technik kümmern. Das war entscheidend für alles andere. Ich denke schon, dass man ein positives, emotionales Verhältnis...
Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und...
