Kein Ausweg, nirgends
Eine solche Szene gab es noch nie in der Oper Halle: Mitten im Pressegespräch über die neue Spielzeit, zu der das Haus Mitte Mai eingeladen hatte, schnappt sich ein Mitglied des Aufsichtsrats der Theater, Oper und Orchester GmbH (TOOH) das Mikrofon und gibt ungefragt ein Statement in eigener Sache ab. Ein SPD-Stadtrat, der zuvor den Intendanten öffentlich als kritikresistent bezeichnet hatte, weil er nicht umgehend diverse «Hinweise» umgesetzt habe.
Plötzlich sitzt an der Seite der neuen Generalmusikdirektorin Ariane Matiakh ein Vertreter der Staatskapelle und verteidigt, gleichfalls ungefragt, deren Berufung. Der Hintergrund: Die erst kurz zuvor engagierte Französin hatte sich in einem Brief an den TOOH-Aufsichtsrat gegen eine Verlängerung von Intendant Florian Lutz ausgesprochen und empfohlen, er möge seine Talente besser anderswo entfalten. Matiakh ist an keiner Opernproduktion der Saison 2019/20 beteiligt. Auf die Frage, warum dem so sei, verwies sie auf spätere Spielzeiten und meinte: «Ich darf das.» Sie bedauere nur, dass ihr Brief bekannt geworden sei. Dann stand die Behauptung im Raum, bei dem «Theaterstreit» handele es sich um eine Erfindung der Presse, die an ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Joachim Lange
Gute Laune ist der Hauptgang dieses Menüs, das sich «Songplay» nennt und als dessen Köchin Joyce DiDonato fungiert. Wenngleich man sich beim Hören auch an Fritz Kortner erinnern mag, der einmal gestand, er habe gelacht, aber unter seinem Niveau. Denn nicht alles scheint gelungen; manches bleibt im Niemandsland des Crossover hängen. Obwohl es dann doch wieder...
Madame Clément, wenn wir auf die einst so schöne Zauberstadt Paris blicken – was sehen wir da gegenwärtig, und was sehen wir vielleicht auch nicht?
Paris ist eine ewige Schönheit, die mich nach wie vor tagtäglich berührt, obwohl ich da geboren bin. Die Schönheit geht jedoch mit einem gewissen Konservatismus einher: Jegliche Veränderung kann auch als Bedrohung...
Sie war überfällig, diese russische Erstaufführung. Schon wegen des Stoffs, den Peter Eötvös für seine erste große, 1998 in Lyon aus der Taufe gehobene Oper wählte: Tschechows Drama «Drei Schwestern». Und weil die bleierne Atmosphäre, die den Figuren in dem bald 120 Jahre alten Stück die Luft abschnürt, auch heute, unter veränderten Vorzeichen, auf dem Land...
