Das Himalaya-Gefühl
Madame Clément, wenn wir auf die einst so schöne Zauberstadt Paris blicken – was sehen wir da gegenwärtig, und was sehen wir vielleicht auch nicht?
Paris ist eine ewige Schönheit, die mich nach wie vor tagtäglich berührt, obwohl ich da geboren bin. Die Schönheit geht jedoch mit einem gewissen Konservatismus einher: Jegliche Veränderung kann auch als Bedrohung empfunden werden, die es abzuwehren gilt – auch wenn die «ewige» Schönheit, die da so vehement verteidigt wird, das Resultat massiver, radikaler städtebaulicher Eingriffe des 19. Jahrhunderts ist.
Ich bin mir dieses impliziten Konservatismus erst bewusst geworden, nachdem ich nach Berlin gezogen war. Wenn ich auf Reisen war und nach Berlin zurückkehrte, hatte sich die Stadt innerhalb eines Monats mehr verändert als Paris in zehn Jahren.
Was ist Paris für Sie?
Ich lebe seit über zehn Jahren wieder im schönen Paris. Es ist meine Heimat, der Ort, wo meine ältesten Freunde sind. Aber ich bin froh, dass ich eine Zeit lang weggegangen bin. Das Leben in den Vereinigten Staaten und dann in Berlin hat mir eine Weltoffenheit vermittelt, die ich so in Paris nicht bekommen hätte. Die Tatsache, dass meine Mutter aus dem Iran stammt, hat ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Interview, Seite 28
von Jürgen Otten
Herr Farnes, es ist ja recht still um Sie. Ihr Agent meinte, Sie gäben nicht gern Interviews.
Ach, wenn jemand mit mir sprechen möchte, helfe ich gern aus. Aber es stimmt, Selbstvermarktung ist mir unangenehm. Vielleicht bin ich auch einfach nicht ehrgeizig genug.
Wenn Ihnen Ruhm so wenig bedeutet: Wonach suchen Sie stattdessen?
Nach Zufriedenheit.
Wovon hängt...
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