Das Himalaya-Gefühl
Madame Clément, wenn wir auf die einst so schöne Zauberstadt Paris blicken – was sehen wir da gegenwärtig, und was sehen wir vielleicht auch nicht?
Paris ist eine ewige Schönheit, die mich nach wie vor tagtäglich berührt, obwohl ich da geboren bin. Die Schönheit geht jedoch mit einem gewissen Konservatismus einher: Jegliche Veränderung kann auch als Bedrohung empfunden werden, die es abzuwehren gilt – auch wenn die «ewige» Schönheit, die da so vehement verteidigt wird, das Resultat massiver, radikaler städtebaulicher Eingriffe des 19. Jahrhunderts ist.
Ich bin mir dieses impliziten Konservatismus erst bewusst geworden, nachdem ich nach Berlin gezogen war. Wenn ich auf Reisen war und nach Berlin zurückkehrte, hatte sich die Stadt innerhalb eines Monats mehr verändert als Paris in zehn Jahren.
Was ist Paris für Sie?
Ich lebe seit über zehn Jahren wieder im schönen Paris. Es ist meine Heimat, der Ort, wo meine ältesten Freunde sind. Aber ich bin froh, dass ich eine Zeit lang weggegangen bin. Das Leben in den Vereinigten Staaten und dann in Berlin hat mir eine Weltoffenheit vermittelt, die ich so in Paris nicht bekommen hätte. Die Tatsache, dass meine Mutter aus dem Iran stammt, hat ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Interview, Seite 28
von Jürgen Otten
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Er ist ein Bauchmensch und Hasardeur. Ein Maestro, der Live-Luft braucht, um seine Fähigkeiten zu entfalten. Aber auch ein machtbewusster Impresario, der aus seiner Sympathie für den starken Mann im post-sowjetischen Russland kein Hehl macht. Seit 1988 befehligt Valery Gergiev das Mariinsky Theater in Sankt Petersburg. 2015 wurde er Chefdirigent der Münchner...
Unter dem Datum 1. Mai 1844 berichtet Heinrich Heine in seinem Paris-Buch «Lutetia» von einer schönen Begebenheit: «Einen ungeheuren Beifall findet Scribes neue Oper ‹Die Sirene›, wozu Auber die Musik geschrieben.» Damals ein Repertoire-Renner, ist das Stück heute nicht einmal mehr dem Titel nach bekannt. Völlig zu Unrecht, wie man jetzt dank der Initiative des...
