Ganz stark
Auf dunkler Leinwand wächst der weiße Umriss einer Burg. Skizzenhaft hingezeichnet mit Türmen, Zinnen und vergitterten Fenstern. Dann erscheint ein Schriftzug: «Liebes Tagebuch, es ist furchtbar, ich wurde entführt! Doch so furchtbar ist es eigentlich gar nicht …» Die Regisseurin Cordula Däuper lässt in ihrer Mannheimer Inszenierung von Mozarts «Zauberflöte» das Publikum ins Innerste von Pamina blicken, dorthin, wo das pure Gefühlschaos herrscht. Das Mädchen ist zwischen die Fronten der Erwachsenen geraten.
Wem soll sie folgen? Der Mutter oder ihrem Entführer Sarastro? Ihre Gedanken, Träume und Ängste spiegeln sich nicht nur in ihren Notizen, sondern auch in den Skizzen, die sie in ihr Tagebuch kritzelt. Diese nehmen in Friedrich Eggerts Bühnenbild konkret Gestalt an.
Ästhetisch bewegt sich der Abend zwischen Comic-, Märchen- und jugendlicher Traumwelt. Das wirkt nicht nur erfrischend, es funktioniert auch sehr gut. In der Eingangsszene liegt Pamina schreibend auf dem Bett. Ihre Skizzen (Videos und Illustrationen: Sofiia Melnyk) werden lebendig und greifen in die Handlung ein. Die Schlange, die Tamino bedroht, erscheint erst als gewitzte Zeichnung, plötzlich kracht ihr ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 66
von Silvia Adler
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Angermünde/Gartz Uckeroper
www.uckeroper.de
- Gounod, Faust: 1. (Gartz)
Annaberg-Buchholz Eduard-von-Winterstein-Theater
www.erzgebirgische.theater
- Grindstoner, Elfenfeuer II: 7., 15., 22., 28. (Naturtheater Greifensteine)
-...
Der Prolog zeigt einen brutalen Doppelmord. Durch das Fenster eines Appartements sieht man, wie eine junge Frau und ihr Begleiter von einem Maskierten niedergestochen werden. Drinnen sitzt ein Mann vor dem Fernseher und schaut einen Thriller. Plötzlich schaltet er aus, als könne er das Gezeigte nicht ertragen. Schnell wird klar: Der Mann und der Täter sind eine...
Am 5. Oktober 1763, auf den Tag genau ein Jahr nach Glucks Reformoper «Orfeo ed Euridice», hatte Tommaso Traettas «Ifigenia in Tauride» in Wien Premiere – allerdings nicht im Burgtheater, sondern in Schloss Schönbrunn. Traetta war unter den Italienern neben dem seit 1754 als Hofkapellmeister in Stuttgart wirkenden Niccolò Jommelli noch vor Gluck der Erste, der...
