Ganz stark

Mozart: Die Zauberflöte am Nationaltheater Mannheim

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Auf dunkler Leinwand wächst der weiße Umriss einer Burg. Skizzenhaft hingezeichnet mit Türmen, Zinnen und vergitterten Fenstern. Dann erscheint ein Schriftzug: «Liebes Tagebuch, es ist furchtbar, ich wurde entführt! Doch so furchtbar ist es eigentlich gar nicht …» Die Regisseurin Cordula Däuper lässt in ihrer Mannheimer Inszenierung von Mozarts «Zauberflöte» das Publikum ins Innerste von Pamina blicken, dorthin, wo das pure Gefühlschaos herrscht. Das Mädchen ist zwischen die Fronten der Erwachsenen geraten.

Wem soll sie folgen? Der Mutter oder ihrem Entführer Sarastro? Ihre Gedanken, Träume und Ängste spiegeln sich nicht nur in ihren Notizen, sondern auch in den Skizzen, die sie in ihr Tagebuch kritzelt. Diese nehmen in Friedrich Eggerts Bühnenbild konkret Gestalt an.

Ästhetisch bewegt sich der Abend zwischen Comic-, Märchen- und jugendlicher Traumwelt. Das wirkt nicht nur erfrischend, es funktioniert auch sehr gut. In der Eingangsszene liegt Pamina schreibend auf dem Bett. Ihre Skizzen (Videos und Illustrationen: Sofiia Melnyk) werden lebendig und greifen in die Handlung ein. Die Schlange, die Tamino bedroht, erscheint erst als gewitzte Zeichnung, plötzlich kracht ihr ...

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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 66
von Silvia Adler

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