Jenseits der Klischees

Offenbach: Les Contes d’Hoffmann an der Oper Straßburg

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Ein ähnliches Setting des Stücks hatte 2019 auch Regisseur Floris Visser dem Publikum am Badischen Staatstheater Karlsruhe beschert: Das vermeintliche Einheitsbühnenbild hat einen Zwilling auf der Drehbühne. So auch an der Opéra national du Rhin. Zweimal hat Christof Hetzer seinen perspektivisch stark nach hinten verjüngten Raum mit der Ornamenttapete gebaut – anders wären die schnellen Umbauten im Inneren sicher nicht möglich gewesen.

Lotte de Beers Neudeutung von Offenbachs musikalischer Dernière «Les Contes d’Hoffmann», eine Koproduktion mit der Volksoper Wien und der Pariser Opéra-Comique, zielt indes vor allem auf eines: die Psychologie der Titelfigur jenseits der Klischees. Die Botschaft, dass die einzige Frau, der er, das Genie, gehören darf, seine Muse ist, treibt ihm am Ende genau diese Frau gehörig aus: Es gebe keinen Menschen für diese Rolle, weder im Leben noch in der Kunst. Zu dem Zeitpunkt ist der romantisierende Lack ohnedies schon ab von der Titelfigur. Die ironisierten Dialoge Peter te Nuyls tragen als kritische Metaebene maßgeblich dazu bei, dass Offenbachs Oper neben all ihrer bezaubernden Musikalität auch an programma -tischer Tiefenschärfe gewinnt.

Dieser ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Alexander Dick

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