Je prächtiger, desto mächtiger

«Montezuma» von Friedrich dem Großen in einer Ausstellung und konzertant in Berlin

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Auch im Jahr von Friedrich II. 300. Geburtstag bleibt es schwer zu fassen: das Ineinander von Vernunft und Verwüstung, Kunst und Kadavergehorsam, Schöngeistigkeit und Menschenverachtung, das zu seinem Preußen gehört. Wurde dieses Preußen – es ist eine alte Frage – in einer Kanonenkugel ausgebrütet? Oder doch in einem aufgeklärten Kopf? Schon als junger Mann wollte Friedrich Missverständnissen vorbeugen. «Ich hoffe», schrieb er 1742, «dass die Nachwelt den Philosophen in mir vom Fürsten und den anständigen Menschen vom Politiker unterscheiden wird.

»

Gut zehn Jahre später griff er das Paradox vom anständigen Politiker wieder auf: in einem Operntext, den er in französischer Prosa verfasste und in italienische Verse übertragen ließ. 1755 wurde «Montezuma» mit Musik des Hofkapellmeisters Carl Heinrich Graun uraufgeführt. Der Aztekenkönig Montezuma scheitert, weil er seinen Todfeind mit offenen Armen empfängt. Dieser Montezuma ist der König, der Friedrich gern wäre, wenn er könnte. So jedenfalls geht eine Lesart des Stücks. Sie erklärt, warum Friedrich viele Spitzen gegen die barbarische Missionspraxis der Katholiken unterbrachte. Und sie erklärt, warum Montezuma zwar leidvoll zugrunde ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Stephan Mösch

Vergriffen
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