Singen für Geld: Christoph Waltle (Fatty), Neele Kramer (Leokadja Begbick), Uwe Tobias Hieronimi (Dreieinigkeitsmoses); Foto: Theater/Isabel Winarsch
Jazzed up
In Theaterkategorien gedacht, sind 33 Jahre eine schier unendliche Zeit. Exakt so lange leitete Werner Seitzer den Opernbetrieb am Theater für Niedersachsen in Hildesheim; das Publikum lockte er vor allem mit traditionellen Inszenierungen in ein Haus, das viele Gastspiele an anderen Orten bestreitet. Keine leichte Aufgabe für den Nachfolger, der seine erste Spielzeit mit Kurt Weills «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» eröffnet hat.
Florian Ziemen heißt er, war nach Stationen in Essen und Bremen stellvertretender Generalmusikdirektor in Gießen, hat daneben Gastdirigate in Karlsruhe und an der Komischen Oper Berlin absolviert. Ebenso wie zuletzt Seitzer ist er in Hildesheim Operndirektor und Generalmusikdirektor in Personalunion, trägt also szenisch wie musikalisch Verantwortung für die Oper an dem Drei-Sparten-Haus.
Das Theater für Niedersachsen solle auch in Zukunft ein Ort mit «starker Publikumsbindung» bleiben, an dem Produktionen «unmittelbar funktionieren» müssten, sagt er im Gespräch. Aber nicht, indem man das Publikum ängstlich bediene, sondern es mit «Lebendigkeit, Direktheit, Zugänglichkeit» überzeuge. Verstärkt möchte Ziemen auch Zuschauer erreichen, die für ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit einem Kompositionsauftrag an den dänisch-deutschen Komponisten Søren Nils Eichberg und die Librettistin Therese Schmidt gelang der Wiesbadener Oper und ihrem Intendanten Uwe Eric Laufenberg ein bemerkenswerter Theaterabend. Der Titel «Schönerland» erinnert natürlich an das populär-sentimentale deutsche Lied «Kein schöner Land in dieser Zeit», das hier gegen...
Mimì und Musetta in Schnürstiefeln der Belle Epoque, die Hungerkünstler in einer Mansarde à la Paris um 1830 – das war ein echter Langzeitrenner an Covent Garden: 41 Jahre lief John Copleys deutungsfrei plüschige «Bohème»-Inszenierung im Royal Opera House zu London; auf 25 Revivals hatte die Produktion es gebracht, als sie 2015 ausgemustert wurde. Für die letzte,...
Schon beeindruckend, wie der südkoreanische Tenor Seungju Bahg den Belcanto-Schmelz in Nemorinos «Una furtiva lagrima» vor dem etwas plumpen Donizetti-Zugriff des Orchesters der Norske Opera rettete. An den jungen Pavarotti erinnert das Timbre der schlanken Stimme – ein massiger Sänger, der die Töne blühen lässt, Linien in schönem legato zieht, feinste...
