Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein
Eine Komödie ist eine Komödie ist eine Komödie? Glauben wir Henri Bergson, verhält es sich etwas komplizierter. Es gibt Komödien, die aus sich selbst heraus wirken und den Bereich des Komischen nie verlassen, sie sind derb und direkt. Aber es gibt, siehe Tschechows Theaterstücke, auch Komödien, denen das Tragische immanent ist, ohne dass sie diese Immanenz transzendieren würden: Das Tragische ist hier gewissermaßen die Substanz der Komödie.
Eine dritte Form ist die Komödie, die das Absurde in sich birgt, wobei das Absurde nicht im herkömmlichen Sinne absurd ist, sondern eine Absurdität evoziert, die aus der Komik hervorgeht.
Sie ist, darauf verweist Bergson in seinem Essay «Le rire» mit philosophischem Augenzwinkern, «keine Ursache, sondern Wirkung – eine ganz spezielle Wirkung, in der sich die besondere Natur der sie erzeugenden Ursache widerspiegelt».
In Molières Schauspielen kann man dieses Phänomen wunderbar beobachten: Das Gelächter resultiert aus der Ernsthaftigkeit, mit der seine fast ausnahmslos männlichen Hauptfiguren ihre absurden Ansichten vertreten. Und auch im «Rosenkavalier» des kongenialen Gespanns Hofmannsthal-Strauss wird, leicht abgeschwächt, evident, was ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 6
von Jürgen Otten
Das «erste richtige Liebesduett der Operngeschichte» nennt Ulrich Schreiber den betörenden Schlussgesang in Monteverdis «L’incoronazione di Poppea». Und ja, in diesem Duett ereignet sich Ungeheures; auf dem Fundament eines ostinaten, abschreitenden Lamentos besingt das Liebespaar in hehrer melodischer Schönheit sein Glück. Liebespaar? Genau daran hegt Evgeny Titov...
alpha
07.05. – 21.50 Uhr
Die Seele der Geige Die Liebe seines Lebens ist aus Holz – und über 300 Jahre alt: Die Stradivari «Lady Inchiquin» ist die Stimme des Geigers Frank Peter Zimmermann. Doch wegen der Insolvenz der Eigentümerin (der WestLB) musste er auf das Sechs-Millionen-Instrument verzichten. Der Dokumentarfilm begleitet den Geiger bei der Wiederannäherung...
Als im August 1876 die Festspiele in Bayreuth mit Richard Wagners «Ring» eröffnet wurden, war das Echo in den Medien gewaltig. Allein aus Deutschland reisten über 60 Rezensenten in die fränkische Provinz, die New York Times schmückte ihre Titelseite mit Artikeln über Bayreuth, alle wichtigen Blätter der europäischen Metropolen berichteten ausführlich. Ob zustimmend...
