Ins Offene, Freunde

«Ring»-Finale in Frankfurt: Sebastian Weigle und Vera Nemirova deuten die «Götterdämmerung» als kathartische Erfahrung

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Vera Nemirovas lebhafte und detailreiche Frankfurter «Ring»-Interpretation ist sicher ein gewichtiger Grund dafür, dass geplante Gesamtaufführungen auf Anhieb für ein ausverkauftes Haus sorgten. Und zwar, bevor mit «Götterdämmerung» überhaupt der Schluss des Unternehmens erreicht war. Dieses Finale versetzte die bisher virtuos kompilierte, nach der gewitzten Dramaturgen-Devise «aus jedem Dorf ein Hund» angelegte Szenografie nun doch noch in eine andere Kategorie.

Man kann es ungeschützt und emphatisch sagen: Mit der «Götterdämmerung» rückt diese Arbeit unter die bedeutenden Ereignisse der neueren Wag­ner-Rezeption ein.

Rasch lässt sich resümieren, was auf dem Niveau des Bisherigen auch auf der letzten tetralogischen Wegstrecke geleistet wurde: Munterkeit im Badewannen-Liebesidyll Brünnhilde/ Siegfried; der blondschöpfige Held dann auch in der Gibichungen-Zivilisation als Waldschrat, der die Bedeutung von Sesseln oder Bierflaschen nicht kennt; die vertrauten Wendungen ins Gruslige, hier in den zwielichtig-brutalen Passagen des ersten Aktschlusses; die forcierten Peinlichkeiten bei Brünnhildens Auftreten als Braut; die drastische Anmache der kahnfahrenden Rheintöchter (nicht nur ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Hans-Klaus Jungheinrich

Vergriffen
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