«In Wahrheit singen, ist ein anderer Hauch»

Rainer Maria Rilke war mehr als nur ein Dichter. Er war ein Wörter-Sänger, vielen seiner Verse eignet die Aura des Musikalischen. Eine Klangspurensuche

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Musik: Atem der Statuen. Vielleicht:
Stille der Bilder. Du Sprache wo Sprachen
enden. Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen.

Gefühle zu wem? O du der Gefühle
Wandlung in was? –:
in hörbare Landschaft.
Du Fremde: Musik. Du uns entwachsener
Herzraum. Innigstes unser,
das, uns übersteigend, hinausdrängt, –
heiliger Abschied:
da uns das Innre umsteht
als geübteste Ferne, als andre
Seite der Luft:
rein,
riesig,
nicht mehr bewohnbar.


Rainer Maria Rilke: An die Musik (11./12. Januar 1918)

Von Januar bis März 1911 unternimmt Rainer Maria Rilke eine Ägypten-Reise, und natürlich lässt er sich bei dieser Gelegenheit eine Nil-Fahrt nicht entgehen. Südlich von Assuan, auf dem Weg zur Insel Philae, hat er ein Erlebnis, welches ihn nach seiner Rückkehr auf Schloss Duino zu einer kleinen Studie inspiriert. «Über den Dichter», heißt sie und darf, auch weil sie nach «seinem Platz und seiner Wirkung innerhalb der Zeit» fragt, mit Fug und Recht als Psychogramm des Dichters gelten. Rilke hat während der Flussfahrt mit einer Barke hinreichend Gelegenheit, den Ruderer einer 16-köpfigen Mannschaft zu beobachten, und was ihn besonders daran fasziniert, ist die Tatsache, dass er ...

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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: 150. Geburtstag, Seite 146
von Jan Verheyen

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