Jenseits des Dogmas
Immer wieder stellt sich die Frage, wann und wo man am liebsten gelebt hätte. Die klassische «Rückwärts-Utopie» ist die Folge: natürlich in der Vergangenheit – im alten Athen oder antiken Rom, im heilen Mittelalter, im prächtigen Rokoko oder in der heimeligen Romantik. Geschichte verheißt Schutz vor den Krisen der Gegenwart. Schon in die jüngere Vergangenheit zieht es die wenigsten.
Dabei würde selbst die Nachkriegszeit genügend Anlass zum freudigen Eintauchen in die Musik geben, zumal in die damals neue, von totalitären Regimes gering geschätzte, wenn nicht bekämpfte Musik: Komponisten wie Messiaen, Varèse, die Darmstädter Avantgarde, Boulez, Nono, Stockhausen belebten die Szene, aus Amerika kam die Musik von Ives und Cage, die Fluxus-Bewegung, aus Polen zudem neues Kino und Theater. Die zentrale Lage des «Wirtschaftswunderlandes» BRD förderte vor Ort die Internationalität. Darmstadt und Donaueschingen, die Kasseler «Documenta» wurden zu Zentren der ästhetischen Moderne. Ligeti wie Kagel zog es nach Köln, wo der großmächtige WDR zur Zentrale des Fortschritts wurde. Dass die Staaten des «real existierenden Sozialismus», dass auch die außereuropäischen Kulturen eine geringere Rolle ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Luciano Berio und Cathy Berberian, Seite 90
von Gerhard R. Koch
Man kommt schwer an ihm vorbei – selbst wenn man es will. Die Popularität von Johann Strauß (Sohn) ist auch 200 Jahre nach seiner Geburt gewaltig. Den so einfachen, aufsteigenden, in breitem Rubato zu spielenden D-Dur-Dreiklang seines berühmtesten Walzers «An der schönen blauen Donau» kennen vermutlich auch jene, die ihn nicht direkt einem Komponisten zuordnen...
Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere...
Eigentlich ist sie ein Morgenmensch. Wenn die ersten Sonnenstrahlen in ihr Schlafzimmer dringen, springt Eleonora Buratto aus dem Bett. In der Frühe kann sie alles in Ruhe erledigen. Nachmittags macht sie gern ein Schläfchen (zumal in der Sommerhitze), und ab 22.30 Uhr wird sie allmählich müde. Wie verträgt sich ein solcher Biorhythmus mit dem Leben auf der Bühne?...
