Wichtige Uraufführungen der Saison 24/25
Eine Oper wollte die Komponistin Rebecca Saunders eigentlich nie schreiben. Nun hat sie es doch getan und an der Deutschen Oper Berlin mit «Lash – Acts of Love» ein Stück präsentiert, das auf der Opernbühne neue Wege einschlägt. Handlung? «Ganz profan gesagt, geschieht wenig. Eine Frau, die in vier Frauen aufgeteilt ist, oder besser: in vier Facetten ihrer selbst, sieht dem Tod entgegen (...) und beginnt – wie Sheherazade, nur aphoristisch verkürzt – Geschichten zu erzählen, um ihn in Verlegenheit zu bringen» (OW 8/2025).
Das Libretto, das Saunders gemeinsam mit Ed Atkins verfasste, rätselhaft und andeutungsreich, öffnet allerdings einen gewaltigen Raum, den die Komponistin und mit ihr der Dirigent Enno Poppe musikalisch zu nutzen wissen: «Die Akribie, mit der Poppe die multiplen, kontrapunktisch organisierten Klangstränge zu einem athletischen, zugleich organisch atmenden und durchscheinenden Konvolut schichtet und dabei auch die große Linie nicht aus dem Blick verliert, ist schon einmalig.»
Für seine nunmehr achte Oper «Das große Feuer» griff Beat Furrer auf einen Roman der Argentinierin Sara Gallardo zurück, in dem es um die Auswirkungen von Kolonisation und von Raubbau an der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 70
von
Jürgen Otten: Meine Damen, meine Herren, wie die Welt von gestern geklungen hat, das wissen wir durch Stefan Zweigs wunderbare Betrachtungen gleichen Namens. Wie aber klingt die Welt von heute? Klingt sie dissonanter? Disharmonischer? Und wenn ja, wohin wäre die Harmonie der Welt entwichen?
Gordon Kampe: Mein Gott – Harmonie! Jedes Stück hat ja ohnehin eine...
Man stelle sich das für eine Weltsekunde mal vor: Das Ende der Geschichte wäre da. Alexandre Kojève lässt es nur ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einer nachträglich hinzugefügten Fußnote seines gleichnamigen Buchs – Summe sämtlicher Hegel-Vorlesungen des russisch-französischen Philosophen zwischen 1933 und 1939 an der Ecole pratique des hautes études –...
Der Riese steht in der Tür. Und er lächelt. So kennt man ihn, aus vielen verschiedenen Kontexten und gemeinsamen Erlebnissen. Paul Zoller ist ein stets freundlicher, zuvorkommender Mensch, doch nicht deswegen oder wegen seiner stattlichen Länge (er misst geschätzt einen Meter fünfundneunzig) darf man zu ihm aufblicken. Es sind seine Bühnenbilder, die uns den...
