In die Tiefe gebohrt

Wagner: Der fliegende Holländer am Staatstheater Wiesbaden

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Kein Geisterschiff bringt in Martin G. Bergers Inszenierung des «Fliegenden Holländers» das Unheimliche an Land – das Grauen wird vielmehr aus der Tiefe geholt, mittels einer Bohrung in die verborgenen psychologischen Abgründe der Figuren. In Wiesbaden bekommt Wagners Oper eine Vorgeschichte. Als das Publikum eintritt, wird auf der Bühne bereits gefeiert: Alle sieben Jahre gibt der Unternehmer Daland eine Party, zu der das ganze Dorf ein -geladen ist (im Piratenkostüm und alkoholenthemmt).

Auf den Tag genau vor 21 Jahren hat seine Frau ihn nach einem ähnlichen Fest verlassen und die damals 14-jährige Tochter mitgenommen. Senta kehrt nun erstmals ins Haus ihres Vaters zurück. Verdrängte Erinnerungen werden dadurch hochgespült; Senta durchlebt den verhängnisvollen Partyabend ihrer Kindheit noch einmal. Der Abend gleicht einem verstörenden Flashback. Heftig aufblitzende Erinnerungssplitter dringen an die Oberfläche. Das Regieteam bannt sie in Bilder, die unter die Haut gehen und sich dort rasierklingenscharf festsetzen. Hier geht es, das wird schnell klar, um Missbrauch.

Im Zentrum der von Alexandre Corazzola entworfenen Bühne, die von Klaus Krauspenhaar wirkungsvoll beleuchtet wird, ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Silvia Adler

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