In der Vorhangfalte
Die Oper aller Opern – es ist eine viel zitierte Platitüde zu Mozarts unverwüstlichem Wüstling. Das Stück ist aber schwer zu inszenieren und zu musizieren. Schon Johannes Brahms meinte, wolle man einen gelungenen «Don Giovanni» erleben, müsse man in die Partitur schauen. Ganz so schlimm kommt es im Schwetzinger Schlosstheater nicht, dem sommerlichen Spielort des Nationaltheaters Mannheim. Alexander Mørk-Eidem inszeniert den Abschluss seines Da-Ponte-Zyklus in Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag.
Das Ständetheater, es gehört heute zum Verbund der Prager Opernhäuser, war der Uraufführungsort von Mozarts Meisterstück – und eben dieses Theater bekommen wir gleich zu Beginn zu sehen und blicken durch ein zelt -artiges Vorhangportal in den Zuschauerraum mit seinen Logenrängen. Das ist schon mal ein Spiegel im Spiegel und damit Oper in der Oper. Nacht für Nacht kommt nun Don Giovanni als Wiedergänger seiner selbst auf die Bühne. Und so verfängt er sich in den Falten von Vorhang hinter Vorhang. Das ist ein barockes Prinzip passend zum barocken Ambiente des Spielorts. Aber diese Haupt -figur ist ohnehin ein mehrfach durch die Aufführungsgeschichte Gefalteter. Was soll einem dazu noch ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Bernd Künzig
Mehr norwegische Geschichte rund um ein kleines Dorf geht wohl kaum: Die Kirche auf dem unfernen Hügel etwa war eine der «Valgkirken» (Wahlkirchen), in der 1814 die erste Wahlrunde zum norwegischen Reichstag stattfand; schon im 9. Jahrhundert brach auf dem Eis des Sees Randsfjorden Hálvdan der Schwarze samt Gefolge tödlich auf dem Eis ein, der Vater des ersten...
Die beiden Vivaldi-Opern, die im Juni in Venedig und Paris aufgeführt wurden, spiegeln in ihren Inszenierungen zwei ganz unterschiedliche Arten, wie Barockoper heute gezeigt werden kann: modernisiert oder eher klassisch. Welcher Ansatz trifft besser? Antonio Vivaldi jedenfalls schrieb seine Dramme in musica mit einer gewissen Lässigkeit. Es war nicht ungewöhnlich,...
Auf den ersten Blick haben die Mini-Soap «For the Drama», die man, so die Tapferkeit groß ist, in der ARD-Mediathek abrufen kann, und die Entscheidung vieler öffentlich-rechtlicher Rundfunk- und Fernsehanstalten, Kultursendungen zu kürzen oder gleich ganz aus dem Programm herauszustreichen, nicht viel miteinander zu tun. Sieht man etwas genauer hin, ergeben sich...
