In der Blase

Die Ruhrtriennale 2022 setzt mit wenig Fortüne auf hermetische Musiktheater-Experimente

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Die Ruhrtriennale führt ihr Programm inzwischen unter verwirrend vielen Rubriken. In der Kategorie «Musiktheater» finden sich in diesem Jahrgang nur zwei Produktionen. Erweitert man den Suchradius auf «multidisziplinär», sind es mit «Ich geh unter lauter Schatten», «Haus» und «Euphoria» immerhin drei. Um Musiktheater aber handelt es sich dabei nur im weitesten Sinne. 

Das Festival wollte immer «multidisziplinär» sein und war es auch.

Das gleich zu Beginn etablierte Format «Kreation» bescherte gerade in den ersten aufsehenerregenden Jahren Genreübergreifendes, aber stets gab es auch veritable Opern, die mit viel Aufwand in die Hallen gewuchtet wurden und dort eine ganz eigene Dynamik entwickelten. Unvergesslich etwa David Pountneys Lesart von Zimmermanns «Soldaten», Willy Deckers planetarische «Tristan»-Arbeit oder auch Heiner Goebbels’ Sicht auf «De Materie» von Louis Andriessen – alles hochambitionierte Inszenierungen anspruchsvoller Werke, die aber als sinnliche Erfahrung immer auch eine deutliche Breitenwirkung auslösten. Die «Musiktheater»-Produktionen 2022 hingegen (die man bestenfalls Performances nennen kann) wirken so, als hätten sie sich vom Berliner Nerd-Festival ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 29
von Regine Müller

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