In der Blase
Die Ruhrtriennale führt ihr Programm inzwischen unter verwirrend vielen Rubriken. In der Kategorie «Musiktheater» finden sich in diesem Jahrgang nur zwei Produktionen. Erweitert man den Suchradius auf «multidisziplinär», sind es mit «Ich geh unter lauter Schatten», «Haus» und «Euphoria» immerhin drei. Um Musiktheater aber handelt es sich dabei nur im weitesten Sinne.
Das Festival wollte immer «multidisziplinär» sein und war es auch.
Das gleich zu Beginn etablierte Format «Kreation» bescherte gerade in den ersten aufsehenerregenden Jahren Genreübergreifendes, aber stets gab es auch veritable Opern, die mit viel Aufwand in die Hallen gewuchtet wurden und dort eine ganz eigene Dynamik entwickelten. Unvergesslich etwa David Pountneys Lesart von Zimmermanns «Soldaten», Willy Deckers planetarische «Tristan»-Arbeit oder auch Heiner Goebbels’ Sicht auf «De Materie» von Louis Andriessen – alles hochambitionierte Inszenierungen anspruchsvoller Werke, die aber als sinnliche Erfahrung immer auch eine deutliche Breitenwirkung auslösten. Die «Musiktheater»-Produktionen 2022 hingegen (die man bestenfalls Performances nennen kann) wirken so, als hätten sie sich vom Berliner Nerd-Festival ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 29
von Regine Müller
Es ist wie so oft, wenn aus Weltliteratur große Oper wird. Ein, zwei Adaptionen setzen den Standard und etabilieren sich im Repertoire, der Rest fällt durchs Raster. Verdi etwa hat mit seinem Bühnenabschiedswerk «Falstaff» die gleichnamige Shakespeare-Figur derart meistergültig auf den Begriff gebracht, dass – von Otto Nicolais «Lustigen Weibern von Windsor» einmal...
Das Wasser ist allgegenwärtig: In kräuselnden Wellen türmt es sich majestätisch während der Ouvertüre auf einer transparenten Projektionsfläche. Später schwappt es bedrohlich an die Bullaugen des Schiffs «Conqueror Cruises», auf dessen Deck und Unterdeck das Geschehen abläuft, dann wieder glitzert es als spiegelnde Fläche friedlich im Mondlicht. Wasser ist das...
Wenn sich der österreichische Festspielsommer verabschiedet und die ersten Hinweise auf den Bauernherbst auftauchen, laden die Innsbrucker Festwochen traditionell noch einmal zum Wiederentdecken einer barocken Rarität ein und lassen dafür auch die Gewinner des jeweils letztjährigen Cesti-Wettbewerbs antreten, der mittlerweile wirklich eine Talentschmiede geworden...
