Mozart: Idomeneo
Die Uraufführung von Mozarts «Idomeneo» (1781) ging beinahe auf den Tag genau sieben Jahre vor der britischen Kolonisierung Australiens über die Bühne. Wenn sich die Pinchgut Opera in Sydney dieses Stücks angenommen und dessen Aufführung zu einem wichtigen Ereignis der australischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag des Komponisten gemacht hat, so ist dies auch ein Symbol für die ungebrochene Sogkraft europäischer Kunst auf diesem potenziell eher kunstfeindlichen Kontinent am anderen Ende der Welt.
Die Pinchgut Opera – ihr Schwerpunkt liegt auf dem vorklassischen Repertoire – ist unter anderem mit Werken von Monteverdi, Purcell, Rameau und Händel hervorgetreten. Alle Produktionen werden in der Angel Place Recital Hall gezeigt, einer Spielstätte mit hervorragender Akustik, doch sehr begrenzten Theater-Ressourcen. Trotzdem zählt der «Idomeneo» der Company zum Interessantesten, was die Opernszene Sydneys letzthin zu bieten hatte. Und das, obwohl Antony Walker am Pult des Orchestra of the Antipodes keineswegs restlos überzeugte: klar artikulierende hohe Streicher auf der einen, ein etwas mulmiger Klang der tiefen Instrumente auf der anderen Seite; auftrumpfende Hörner hier, kaum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man wusste, dass Werner Hollweg an einer schweren Krankheit litt, für die die Medizin noch keine heilenden Mittel bereithält. Doch wenn dann die Nachricht vom Tod kommt, bleibt die Erschütterung über das Ende gleichwohl schmerzlich, weil sich mit dem Abschied zugleich unvergessene Abende in die Erinnerung drängen. Werner Hollweg, am 13. September 1936 in Solingen...
Zu den wichtigsten Aktivposten der Ära Zehelein an der Stuttgarter Staatsoper gehörte die 1997 institutionalisierte «Junge Oper», deren Absicht es ist, Kinder und Jugendliche spielerisch an das Musiktheater heranzuführen. Albrecht Puhlmann hat die Einrichtung seines Vorgängers übernommen. Barbara Tacchini, die neue Leiterin des kleinen Teams, lässt alles beim...
Keine Szene für Klaustrophobe. Überall drückt diverses Inventar. Die Kajüte bietet keinen wirklichen Freiraum. Waschbecken, Sessel, Koffer und Kisten. Im Hintergrund, zunächst ein wenig versteckt, steht eine durchsichtige Konserve. Darin, blutverschmiert, ein Kopf: Morold, Isoldes erschlagener Ex-Bräutigam. Ein Souvenir, ein seelischer Anker dieser Kopf. Isolde...
