Immer gern gesehen
Mit der New Yorker Erstaufführung von Ligetis «Le Grand Macabre» im vergangenen Jahr hatten Alan Gilbert und die New Yorker Philharmoniker im Verein mit dem Regisseur und Ausstatter Doug Fitch einen veritablen Triumph eingefahren. Ein zweiter Coup sollte dem Team nicht gelingen, auch wenn die Vorstellung von Janáceks «Schlauem Füchslein» in der Avery Fisher Hall sich durch hohe musikalische Qualität, attraktive Szene und schlüssige Erzählweise auszeichnete.
Das «Füchslein» – in New York dank der New York City Opera seit Längerem in der Märchen-Version des Kinderbuchautors Maurice Sendak bekannt – ist, wenn schon keine Novität, so doch ein stets gern gesehener Gast.
Alan Gilberts Musiker spielten mit zupackendem Elan, vortrefflich akkurat, wenngleich mir die herbstlich-melancholische Grundstimmung, die doch in dieser wundersamen Partitur steckt, im Gesamtklang ein wenig zu kurz gekommen schien. Doug Fitch und sein «Giants are Small»-Team hatten für ein buntes Bühnenbild und viele bezaubernde Tierkostüme und Requisiten gesorgt. Besondere Erwähnung verdienen überdies die fantastische Maske Cookie Jordons und Clifton Taylors suggestive Lichtregie. Da das Orchester auf der Bühne saß, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2011
Rubrik: Magazin, Seite 66
von David Shengold
Zum Abschluss der an entdeckerischem Wagemut wahrlich nicht armen Saison wartete die Oper Frankfurt mit zwei weiteren Premieren abseits des üblichen Repertoires auf. Beide Stücke, Marc-Antoine Charpentiers «Médée» und Aulis Sallinens «Kullervo», spielen in mythischer Vorzeit, also heute. Beide Male, in der 1693 uraufgeführten Barockoper wie in der fast genau...
Ponnelle! So schießt es einem unwillkürlich durch den Kopf, wenn der Zürcher Vorhang sich zu Mozarts «Il re pastore» öffnet. Wie’s der große Jean-Pierre so oft praktizierte: ein üppig-barockes Brunnen-Ambiente der wülstig wuchernden Treppen-Symmetrie mit einigem Symbolgetier. Indes, Luigi Perego war’s wieder mal. Er kleidete Mozarts Huldigungs-«Serenata» ein....
Ein-, am besten zweimal pro Spielzeit musste Barock sein. Ein bisschen Monteverdi, besonders aber Händel. Und je weiter diese Münchner Renaissance zurückliegt, desto mehr verklären sich jene grellbunten Spektakel, die Sir Peter Jonas damals an Bayerns Staatsoper anrichten ließ. Vor allem wird vergessen: Die Wiederaufnahmen verkauften sich immer schwer. Die...
