Im Zeichen des Kreuzes
Antonio Vivaldis lange verschollen geglaubte und erst vor zehn Jahren in fragmen- tarischer Form wieder aufgetauchte Oper «Motezuma» ist in einer oberitalienischen Koproduktion der Städte Ferrara, Piacenza und Modena szenisch realisiert und als Video aufgezeichnet worden. Alan Curtis, der das Werk bereits bei Deutsche Grammophon eingespielt hat, stützte sich hier wie dort auf die authentisch klingende Rekonstruktion Alessandro Ciccolinis. In der Wiedergabe durch Il Complesso Barocco erweist sich diese Ausgrabung als großer Gewinn für das Barock-Repertoire.
Die auf Curtis eingeschworenen Musiker erzeugen einen drahtigen, dramatisch durchpulsten Klang, der die Spannung über zweieinhalb Stunden aufrechterhält. Regisseur Stefano Vizioli macht einen sauberen Job, indem er die Aufeinanderfolge von Rezitativen und Arien in szenische Ensembles auflöst und unter großem Einsatz von Statisterie auf beinahe leerer, von einem riesigen, am Boden liegenden Kreuz dominierter Bühne die etwas verwickelte Handlung so schlüssig wie möglich erzählt.
Die Besetzung ist erstklassig. Von den Sängern der CD-Produktion ist lediglich der Titelheld dabei, dem freilich dramaturgisch nur eine untergeordnete ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 28
von Ekkehard Pluta
«Bumsti!», frohlockt der Baron, als die Bomben einschlagen. Da denkt man gleich an Karl Kraus’ «Die letzten Tage der Menschheit» und an Erzherzog Friedrich, den geistig limitierten Oberbefehlshaber der k.u.k. österreichischen Armee, der dies dort beim Betrachten von Manöverfilmen mit Mörserattacken entzückt ausruft. Bumsti! «Baron Münchhausen», die neue Oper...
Der Anlass war ein rauschendes Fest. Zum letzten Mal sollte Alessandro Scarlatti die Feder für ein dramatisches Werk führen. Uraufgeführt wurde seine «Erminia», eine Serenata für vier Stimmen, am 20. Juni 1723 in Neapel. Und zwar im Rahmen der Hochzeits-feierlichkeiten für Ferdinando Colonna, Prinz von Stigliano, und seine Angetraute Maria Luisa Caracciolo di...
Eines ihrer persönlichsten Projekte der letzten Jahre war 2002 die CD «Ninna Nanna»: achtzehn Wiegenlieder aus zwölf Ländern, in denen sich ihr warmer, sparsam vibrierender Sopran mit jener Menschlichkeit, jenem Engagement für Menschen verband, das ihr Markenzeichen war.
Montserrat Figueras stammte aus einem musikalischen Elternhaus. 1942 wurde sie in Barcelona...
