Elegie der Vergeblichkeit

Frei nach Verdi: «Lo stimolatore cardiaco» von Christoph Marthaler in Basel

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Wer je einen Marthaler-Abend zu ordnen, zu verstehen, zu erspüren versuchte, weiß es: Es gibt die aktive Marthaler-Familie, die oben auf der Bühne, von Christophs Geist beseelt, in unendlicher Geduld, von good vibrations beflügelt, nach der einen und richtigen Lösung sucht. Und es gibt die passiven Familienmitglieder, die im Parkett jedem Schritt die Nähe zur Bedeutsamkeit ansehen. Zu denen würden wir gern zählen.

Tun wir aber nicht.

Und so sitzen wir im Basler Theater und rätseln uns ein Loch in den Bauch, kommen letztlich aber auch wieder zu der Erkenntnis, es beim stillen Genießen zu belassen. Mal ertappen wir uns auch beim Gähnen, meistens aber nicht – zu kurios, zu hintersinnig ist all das, was diese Nachtwandler des Theaters uns vorspielen. Sie tun's diesmal in einem Doppeltreppenhaus der immerwährenden Moderne (Bühne: Duri Bischoff), einem Stiegengebilde, das ohne jede Funktion, also völlig sinnlos ist und ins Nirgendwo führt, es sei denn, die Akteure können die Milchglastüren dazu bewegen, sich im rechten Moment tatsächlich zu öffnen – aber gegen die Wand zu laufen ist ja auch eine Möglichkeit.

Treppauf, treppab geht’s also in Basel, geschäftig und schleichend, automatisch ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Heinz W. Koch

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