Im spirituellen Kraftfeld
Es ist ganz normal, dass ein Werk mit sakralem Inhalt in einem sakralen Raum uraufgeführt wird. Dennoch haftete der Premiere von Wilfried Hillers «Der Sohn des Zimmermanns» etwas Besonderes an: Das Auftragswerk der Abbé-Vogler-Musikstiftung wirkte im Kiliansdom auch deshalb ergreifend, weil es punktgenau überging in das um 21.20 Uhr anhebende Glockengeläute zum 65. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs.
Dass seine «Szenen nach dem Neuen Testament» so enden würden, war dem inzwischen 69-jährigen Komponisten schon klar, als er vor fast fünf Jahren mit der Dramaturgin Elisabeth Woska und dem Librettisten Winfried Böhm die Arbeit an dem Stück begann, das als Oper und nicht als Oratorium angelegt ist. Vom Mainfranken-
theater ist eine szenische Aufführung bereits angedacht. Man könnte dann auf all jene Mitwirkenden zurückgreifen, die es in einem herkömmlichen Opernorchester nicht gibt. Denn das Instrumentarium ist außergewöhnlich. «Ich bin in einem Alter», sagte Hiller in einem Interview vorab, «wo einem das egal sein darf, ob es so eine Besetzung in einem Opernhaus gibt». Also hat er für Instrumente geschrieben, die er bevorzugt. Vier Percussionisten spielen 78 verschiedene ...
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Gleich zwei Mal heißt es in diesem Monat «Happy birthday»: Dietrich Fischer-Dieskau feiert am 28. Mai seinen 85. Geburtstag, und eine große Sängerin wird gar 100: Für Magda Olivero begann das Feiern schon am 25. März. Die dritte Jubilarin Giulietta Simionato, die ebenfalls gewürdigt wird, starb leider eine Woche vor ihrem 100. Geburtstag am 5. Mai.
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Riccardo Muti, Herzog & Meuron, Prada... – was den Snob-Appeal betrifft, dürfte das für die Met-Erstaufführung von Verdis «Attila» zusammengekaufte Aufgebot schwerlich zu übertreffen sein. Die Befürchtung, die kapitale Promi-Riege habe sich an einem musikalischen Objekt abgearbeitet, das nicht weiter der Rede wert ist, löste sich jedoch schon während der ersten...
Wohin geht das Musiktheater heute? Mit sechs Produktionen – drei Reprisen und drei neuen Stücken – bot die diesjährige MaerzMusik der Berliner Festspiele Gelegenheit, über diese Frage nachzudenken. Matthias Osterwold, Künstlerischer Leiter des Hauptstadt-Festivals, hat das Prädikat «Neue Musik» (mit großem N) vor neun Jahren durch das bescheidenere «aktuelle Musik»...
