Apropos ... Künstler

Lange Zeit charmierte Roberto Saccà das Opernpublikum als Tamino und Alfredo. Doch seit einiger Zeit hat sich der Tenor drama­tischeren Rollen zugewandt. An der Rheinoper debütierte er als Peter Grimes, in Frankfurt sang er den Kaiser in der «Frau ohne Schatten», und als Bacchus in Strauss’ «Ariadne» überzeugte er unter anderem an der Deutschen Oper Berlin. Den nächsten Vorstoß ins schwerere Fach unternimmt Saccà an der Zürcher Oper, der er lange als Ensemblemitglied verbunden war: Ab 29. Mai wird er dort als Komponist Fritz auf die Suche nach Schrekers «Fernem Klang» gehen. Regie führt Jens-Daniel Herzog, es dirigiert Ingo Metzmacher.

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Herr Saccà, im «Fernen Klang» spielen Sie einen Komponisten, der von seiner Musik besessen ist. Sind Komponisten im wirklichen Leben auch so?
Ich habe bisher nur einen Komponisten besser kennengelernt: Herbert Willi, dessen Oper «Schlafes Bruder» ich in Zürich uraufgeführt habe. Auf den traf das Bild, das Schreker zeichnet, voll zu: Er hat wie besessen dieses Hörwunder erwartet. Ich bin mir aber sicher, dass auch bei Komponisten wie Hans Werner Henze diese Besessenheit da ist. Vermutlich ist sie sogar notwendig, um tief genug in die Materie einzutauchen.

Ich glaube, Schreker hat da viel Persönliches verarbeitet: Man merkt der Partie des Fritz das Fieberhafte an, den ständigen Wechsel der Bewusstseinszustände: Mal ist er im Himmelreich, dann wieder klafft ein Abgrund.

Diese Besessenheit von Musik lässt sich auch auf Sänger beziehen…
Oh ja – ich selbst neige zu Perfektionswahn. Das kommt wohl von meiner Herkunft: Als Sohn eines Italieners und einer Deutschen habe ich sozusagen immer zwischen zwei Stühlen gesessen und hatte immer das Bedürfnis, das wettzumachen, indem ich besonders gut war. Und natürlich war es mir immer wichtig, das Deutsche und das Italienische in mir im Gesang zu ...

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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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