Im Spiegelkabinett
Eugen Onegin» als Tragödie verfehlten Lebensglücks: So sieht Stefan Herheim Tschaikowskys Szenenfolge, mit der er an der Nederlandse Opera im Rahmen des Holland Festivals debütierte. Das Concertgebouworkest mit seinen überirdisch schönen Hörnern saß im Graben, Mariss Jansons dirigierte. Eine Luxusbesetzung. Manches Bild schärfte die Ohren wie der vorher in dieser Krassheit nie bemerkte Trauermarsch in der Duellszene oder der Pas de deux von Weißem und Schwarzem Schwan im Mittelteil der Polonaise. Anderes nahm die Augen so sehr in Anspruch, dass keine Zeit mehr zum Hören blieb.
Vor allem die Hauptfragen der theatralisch aus dem Vollen schöpfenden Inszenierung schienen nicht zu Ende gedacht: Warum wird das Lebensglück verfehlt? Was und wer ist schuld daran?
Und das, obwohl Stefan Herheim die Schlussszene in einem selbstreflexiven Kunstgriff zur Rahmenhandlung machte. Philipp Fürhofer hatte ein fotorealistisches Theaterfoyer auf die Bühne gewuchtet: in der Mitte ein gläsernes Wintergarten-Foyer, das sich für die Rückblenden öffnete. Anlässlich einer vom Oligarchen Gremin gesponserten Vorstellung begegnet Onegin seiner großen Liebe wieder. Das löst einen Strom von Tagträumen und ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Boris Kehrmann
Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Warum eigentlich die Wiederbelebung erst jetzt? Bei «Medea in Corinto» in St. Gallen (Oktober 2009) und München (Juni 2010) war das so, bei «La Lodoïska» in Ingolstadt (September 2010) und nun auch bei «Amore non soffre opposizioni». Eine Simon-Mayr-Konjunktur mag noch frommer Wunsch sein, die nach dem Komponisten benannte...
Irgendwann geht auch die längste Intendanz mal zu Ende. «Goodbye Nic» hieß es in diesem Jahr in Göttingen – denn bei den Internationalen Händel-Festspielen steht eine Zeitenwende an. Nicholas McGegan, seit 1991 Künstlerischer Leiter des ältesten deutschen Händel-Festivals, verlässt seinen Posten in der niedersächsischen Universitätsstadt und wird die Geschicke des...
ARTE
1.8. – 6.00 Uhr
Mozart in Aix-en-Provence.
Arienrezital der Stipendiaten für Gesang und Piano der «Académie européenne de musique».
1.8. – 10.05 Uhr
Wanderer ohne Ruhe.
Film von Bruno Monsaingeon über den polnisch-ungarischen Pianisten Piotr Anderszewski.
2.8. – 5.00 Uhr
Die Schönheit der Stimme.
Film von Sabine Gisiger über drei Sänger des Opernstudios Zürich, die von...
