Im Puppenheim

Donizetti: Lucia di Lammermoor LÜBECK | THEATER

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Wie viele Zwangsehen wurden aus Staatsräson geschlossen? Die von Lucia und Arturo hält bekanntlich nur eine Nacht und endet blutig. In Lübeck erlebt ein gebanntes Publikum diesen Schluss bei Donizettis «Lucia di Lammermoor» so, als hätte der Aktionskünstler Hermann Nitsch Pate gestanden. Dessen Erwähnung versteht sich hier nicht im Sinne von Publikumsprovokationen, sondern einer ins Psychologische, Gesellschaftskritische gehenden Schonungslosigkeit der Darstellung.

Regisseurin Anna Drescher erzählt die Geschichte eines Liebesverrats aus dem Blickwinkel einer bloßgestellten Weiblichkeit, an der sich die Männer glotzend aufgeilen. Düsternis prägt die Produktion und damit auch die Bühne sowie die meisten Kostüme von Tatjana Ivschina; die Handlung spielt auf schwarzen Stufen und zwischen den grauen Stämmen eines Herbstwaldes. Vor der nachtschwarzen Gleichförmigkeit des Chors (Leitung: Jan-Michael Krüger), der an eine satanische Gothic-Gruppe mit Hospitalismus-Symptomen erinnert, heben sich die feuerroten Kleider von Lucia (erschütternd verkörpert von Sophia Theodorides) und Alisa (Delia Bacher) ab. Das cremefarbene Damast-Brautgewand harmoniert auf den ersten Blick mit der Sunnyboy-Gar ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Andreas Ströbl

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