Im Liebesbermudadreieck
Jean-Marie Leclairs am 4. Oktober 1746 in der Pariser Académie royal de musique uraufgeführte Tragédie «Scylla et Glaucus» war ein schneidender Misserfolg und wurde trotz einer sofortigen Überarbeitung bereits zwei Monate später nach 18 Vorstellungen abgesetzt. Es sollte der einzige Ausflug des berühmten Geigers und Instrumentalkomponisten in die Oper bleiben. Erst John Eliot Gardiner hat das Werk 1986 in Lyon der Vergessenheit entrissen.
Seither gilt es als eine der heraus -ragenden Manifestationen des französischen Barock und wurde mehrfach auf Schallplatten eingespielt, zuletzt von Stefan Plewniak unter Mitwirkung des Centre de musique baroque de Versailles. Binnen Jahresfrist folgt jetzt eine weitere Aufnahme unter György Vashegyi mit seinen Budapester Ensembles, dem Purcell Choir und dem Orfeo Orchestra – übrigens erstmals nicht nach der im Druck erschienenen Version, sondern nach der nur handschriftlich überlieferten Überarbeitung. Vokal stellt sie die Konkurrenz in den Schatten, kann aber in der Prägnanz wie Eleganz des virtuosen Instrumentalspiels nicht ganz mithalten.
Dass das Stück seinerzeit durchfiel, mag dem heutigen Hörer angesichts der originellen, großartigen Musik ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Medien, Seite 28
von Uwe Schweikert
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Das Vorwort ist ein Gedicht. Kraftvoll, wortmächtig, poetisch aufgeladen. Geschrieben hat es ein Mitstreiter aus guten, alten Zeiten, der (hochbegabte) Schauspieler und (nicht ganz so begabte) Regisseur Sven-Eric Bechtolf. Und mag er Jürgen Flimm, diesem großen, am 4. Februar 2023 verstorbenen (Musik-)Theatermann, auch einen schmucken Lorbeerkranz ums Haupt winden,...
Betritt man den Zuschauerraum des Grand Théâtre de Genève, ist die Musik schon da. Kojack Kossakamvwe, begnadeter Gitarrist aus dem Kongo, sitzt vor dem Eisernen, ganz im Eck, und flicht seine schier unendlichen Girlanden voller Funk und zersplitternder Melodien. Schon ist man dort, wo dieser Abend angesiedelt ist – in Afrika, genauer: im Kongo. Passend dazu die...
