Im Liebesbermudadreieck
Jean-Marie Leclairs am 4. Oktober 1746 in der Pariser Académie royal de musique uraufgeführte Tragédie «Scylla et Glaucus» war ein schneidender Misserfolg und wurde trotz einer sofortigen Überarbeitung bereits zwei Monate später nach 18 Vorstellungen abgesetzt. Es sollte der einzige Ausflug des berühmten Geigers und Instrumentalkomponisten in die Oper bleiben. Erst John Eliot Gardiner hat das Werk 1986 in Lyon der Vergessenheit entrissen.
Seither gilt es als eine der heraus -ragenden Manifestationen des französischen Barock und wurde mehrfach auf Schallplatten eingespielt, zuletzt von Stefan Plewniak unter Mitwirkung des Centre de musique baroque de Versailles. Binnen Jahresfrist folgt jetzt eine weitere Aufnahme unter György Vashegyi mit seinen Budapester Ensembles, dem Purcell Choir und dem Orfeo Orchestra – übrigens erstmals nicht nach der im Druck erschienenen Version, sondern nach der nur handschriftlich überlieferten Überarbeitung. Vokal stellt sie die Konkurrenz in den Schatten, kann aber in der Prägnanz wie Eleganz des virtuosen Instrumentalspiels nicht ganz mithalten.
Dass das Stück seinerzeit durchfiel, mag dem heutigen Hörer angesichts der originellen, großartigen Musik ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Medien, Seite 28
von Uwe Schweikert
JUBILARE
Kiri Te Kanawa kam Ende der 1960er-Jahre aus ihrer neuseeländischen Heimat nach London, dessen Royal Opera House sie immer besonders verbunden bleiben sollte. Dank ihrer erlesen timbrierten und edel konturierten Stimme etablierte sie sich zunächst als Mozart-Sopran, eroberte sich nach dem Debüt als Desdemona im Jahr 1974 an der New Yorker Met auch das...
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Bizet, Carmen: 1., 3., 14.
- nach Bizet von Molavian, Dittrich, Schwencke, Ich bin Carmen und das ist kein Liebeslied: 7. (P), 9.
ML: Schwencke, I: Dittrich, B: Dederichs
- Rossini, Il viaggio a Reims: 24., 31.
Altenburg/Gera Theater Altenburg Gera
www.tpthueringen.de
- nach Strauss, Die wahre Fledermaus:...
Es ist schon faszinierend, wie vernehmlich Fafner klingt, wenn er mal nicht in der Ecke liegt und pennt. In vorsichtigen, zugleich markanten Sekundschritten wandelt er übers düstere b-Moll-Feld des «Siegfried»-Vorspiels, leise grummelnd und doch klar bei Sinnen, überaus präsent und der Situation gewärtig, die 90 Minuten später todbringend aus dem Ruder laufen wird....
