Automatentreffen
Sie hat nur einen kurzen Auftritt. Die Jukebox, die Detlef Heusingers «chronologischem Musiktheater» den Namen verleiht: «Jukeboxopera». Sie verschwindet nach der ersten Szene in der Versenkung der Bühne des Theaters Freiburg. Mehr als eine Initialzündung ist sie nicht. Das rund 100-minütige Werk des Komponisten und künstlerischen Leiters des Freiburger SWR-Experimentalstudios ist keine Oper über die Jukebox; eher schon eine über die Oper.
Heusinger geht ähnlich wie beim Bedienen des Musikautomaten vor: Ein Druck auf die virtuelle Taste, und die Reise durch die Operngeschichte beginnt. Von Händel über Gluck, Mozart, Schubert, der allerdings als Liedkomponist präsent ist, Offenbach, Berg bis zu Heusinger. Dessen Musik ist die Brücke zwischen den Epochen, sie führt bis in die Zukunft des Science-Fiction oder in die umweltbewusste Gegenwart. Und sie ist, was die Instrumentation anlangt, auch in gewisser Weise präsent in der Tradition. Alle Musiknummern sind umorchestriert, im Falle des Ausschnitts aus dem 3. Akt «Lulu» begegnet man Heusingers eigener, 2019 in Bremen uraufgeführter Fassung.
Die Geburtsgeschichte des Werks war keine einfache. Heusinger hat das Stück der Stadt Freiburg ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Panorama, Seite 73
von Alexander Dick
Vor 75 Jahren, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, ließen im Sommer einige Kulturhungrige am Bodensee nahe dem Ufer in Ermangelung einer intakten Spielstätte zwei Kieskähne zusammenspannen: Auf dem einen saß das Orchester, auf dem anderen agierten Sänger und Tänzer, gegeben wurden Wolfgang Amadé Mozarts Schäferspiel «Bastien und Bastienne» sowie als Ballett...
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Die Oper war stets Labor der Moderne: Soziale, politische, ästhetische, ökonomische und technische Neuerungen aller Art sind zeitnah in sie eingegangen. Der Film, multimediale «Gesamtkunstwerk»-Verlängerung, hat solche Symbiose noch potenziert. Trotzdem galt/gilt nicht wenigen Jüngeren Oper als altmodisch, der Besuch als bürgerliches Ritual, nicht selten...
