«Ich mag die Opulenz»
Herr Behle, was haben Sie gelernt nach Ihrer ersten Operette?
Der wichtigste Punkt war wohl: Was kann ich einem Orchester zutrauen, wenn die Probenzeit begrenzt ist? Wie bekomme ich mit möglichst geringem Aufwand das zu hören, was ich möchte? Das betrifft auch Tempiwechsel oder Rhythmusänderungen, die beim Einstudieren viel Zeit brauchen. Vom Studium her waren wir geeicht darauf, möglichst komplex und kompliziert zu schreiben, um visuell schon mit dem Anblick der Partitur zu beeindrucken, da eine Aufführung vielleicht gar nicht möglich beziehungsweise geplant war.
Rein pragmatisch, aus der Sicht eines Repertoirebetriebs völliger Unsinn. Das Material muss möglichst ohne Fehler und gut zu lesen sein – gerade, wenn man etwas Tonales anstrebt. Fühlt sich dazu das Orchestermitglied in der musikalischen Logik und mit seinem Instrument verstanden, ist die Stimmung gut, und es wird besser musiziert.
Wie weit reicht die Idee zum «Schmetterling» zurück? Und wie leicht schreibt es sich ohne konkreten Auftrag?
Für mich ist es wirklich eine Entdeckung, Musiktheater zu schreiben. Ich habe immer sehr viele Ideen und spontane Einfälle für Text und Melodie, die dort über einen längeren Zeitraum ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Interview, Seite 86
von Markus Thiel
Barockopern liegen nicht einfach so herum, und nicht jeder findige Geist, der ein Stück in den Archiven entdeckt, kann es mal eben flugs auf irgendeine Bühne bringen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass ausgerechnet Francesco Cavallis erstes Bühnenwerk «Le nozze di Teti e Peleo» bislang keine szenische Umsetzung erfuhr, obwohl doch die Aufführungsgeschichte...
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