«Ich bin kein Opernfan»
Herr Kwiecien, niemand hat Don Giovanni in den letzten Jahren an so vielen Opernhäusern gesungen wie Sie. Wissen Sie, wie oft?
Annähernd hundertmal, in rund zwanzig verschiedenen Produktionen. Will sagen: Der Don Giovanni ist nichts Neues mehr für mich.
Das klingt nach Routine.
Nun ja, wenn ich diese Partie in Paris, Bilbao oder München singe, mache ich zunächst mal nur meinen Job, den Don Giovanni-Job. Den Unterschied bilden die verschiedenen Inszenierungen.
Ich liebe es, wenn eine «Don Giovanni»-Produktion über die Maßen logisch ist und wenn da etwas Neues ist, das ich lernen kann. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass sie modern sein muss, das geht auch in einer traditionellen Arbeit. Aber es muss gut erklärt sein. Dann ist es fantastisch. Die schlechtesten Produktionen sind immer die, die mir nichts zurückgeben. Wenn ich nur wiederholen muss, was ich schon unzählige Male zuvor getan habe: Bewegungen, Gesten, Gänge.
Wie lange werden Sie noch Frauen verführen und deren Väter töten?
Ich denke, sechs, sieben Jahre werde ich diese Partie noch singen. Dann ist es genug. Das Schöne an unserer Tätigkeit ist ja gerade, dass wir uns vorwärts bewegen und ständig verändern dürfen auf der ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Interview, Seite 30
von Jürgen Otten
Der Anlass war ein rauschendes Fest. Zum letzten Mal sollte Alessandro Scarlatti die Feder für ein dramatisches Werk führen. Uraufgeführt wurde seine «Erminia», eine Serenata für vier Stimmen, am 20. Juni 1723 in Neapel. Und zwar im Rahmen der Hochzeits-feierlichkeiten für Ferdinando Colonna, Prinz von Stigliano, und seine Angetraute Maria Luisa Caracciolo di...
«Lasset die Frauen schweigen in der Gemeinde, denn es soll ihnen nicht gestattet sein, dass sie reden, sondern sie sollen sich unterordnen...» Der frauenfeindliche Imperativ aus dem Ersten Korintherbrief, Kapitel 14, Vers 34 – als «mulier taceat in ecclesia» in die Kirchenpraxis übernommen –, hatte auch vokalästhetische Auswirkungen: Der auf diese Weise geförderte...
Nina Stemme ist ohne Frage die beste dramatische Sopranistin unserer Zeit. Und sie sucht sich ihre Partien genau aus. Aida war, zwischen viel Wagner, eine Wunschpartie. Jetzt kommt die Minnie in «La fanciulla del West» hinzu. Und zwar in ihrer schwedischen Heimat. Christof Loy inszeniert.
Das Interesse an der Antike zieht sich durch die Operngeschichte. Nun hat...
