Zurück auf Start

Bad Wildbad präsentiert «Guillaume Tell», Rossinis opus ultimum, erstmals vollständig – und mit diversen Varianten

Opernwelt - Logo

 Unter einer gleißenden Sonntagmorgen-Sonne strömt die internationale Gemeinde der Rossiniani erwartungsfroh der Trinkhalle im Schwarzwälder Kurort Bad Wildbad zu. Als die letzten Akkorde der «Tell»-Apotheose in mächtigem Crescendo verrauscht sind, scheint der Vollmond über dem Enz-Tal. Dass man da elf Stunden mit Rossinis opus ultimum verbracht hatte, war nicht nur dem Ehrgeiz des vor 25 Jahren gegründeten Rossini-Festivals geschuldet, fast jeden vollendeten Takt des Vermächtniswerks an einem Tag aufzuführen.

Auch die Pausenregelung fiel mit drei Stunden zwischen Vorkonzert und Oper sowie zwei Stunden zwischen zweitem und drittem Akt festspielmäßig aus.

Das Bild, das man von dem Stück erhielt, war allerdings nicht so grundstürzend, wie die abstru­se Bearbeitungsgeschichte und die 2050-seitige Kritische Ausgabe des mystifizierten Werks erwarten ließen. Kein Wunder. Der «Ur-Tell» liegt seit 1829 vor. Die Partitur wurde schon vor der Uraufführung gestochen – mit Ausnahme der Jemmy-Arie und ohne die während der Proben vorgenommenen Striche und Varianten. Nur Lesefehler und editorische Willkür führten dazu, dass eine Reinigung des Textes nötig wurde. So unterscheidet sich die erste ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Boris Kehrmann

Weitere Beiträge
Zwei Schwestern

«Lulu» ausstaffiert oder amputiert? In der komplettierten, der Dreiakt-Version – oder als Fragment? Wollte Alban Berg diese Oper womöglich nicht vollenden? Hatte er etwa eingesehen, dass schon Wedekinds Doppeltragödie nach Doktor Schöns Tod problematisch war? Im Jahr 1962, als die nun auf DVD vorliegende legendäre Produktion unter Karl Böhm anlässlich der Wiener...

Mann ohne Eigenschaften

Die eigentliche Premiere bei der diesjährigen Bayreuther Eröffnung bestand darin, dass es die Premiere des Vorjahres war. Kein Ruhmesblatt der Disposition und in der Geschichte der Festspiele noch nie dagewesen. Bundeskanzlerin und Bundespräsident kamen gemeinsam, auch das eine Premiere, aber im Wagner-Jahr keine Überraschung. Die Festspielleiterinnen dagegen...

Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme



Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Beethoven, Fidelio: 15. (P), 21., 28.9.; 6., 10., 12., 27.10.; 1., 20., 22.11.; 1., 14., 20.12.; 19.1.; 1.,...