Hübsch

Glass: Echnaton
Dortmund | Oper

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Überirdisch gleißend strahlt Echnaton. Weißes Tuch fällt an seinen Armen herunter, der Brustpanzer funkelt golden. Das Volk zu seinen Füßen lässt sich blenden, neigt die Köpfe, bejubelt den neuen Pharao – und vergisst dabei völlig, dass es selbst im Dunkeln steht.

Nach «Einstein on the Beach» (2017) steht mit «Echnaton» bereits zum zweiten Mal ein Stück von Philipp Glass auf dem Dortmunder Spielplan. Auch dieses Werk ehrt eine historische Persönlichkeit, die mit visionären Ideen ihre Umwelt umkrempelte.

Das Sujet ist allerdings politischer, die Handlung (weitgehend) biografisch verankert: Echnaton erklärt als erste Amtshandlung den Sonnengott Aton zum einzig gültigen Gott und sich selbst zu dessen irdischem Vertreter. Er beseitigt die alten Priesterkasten und gründet zu Ehren Atons eine neue Stadt. Das Volk lässt sich jedoch von den Priestern aufstacheln, es kommt zum Aufstand, schließlich zum Umsturz.

Ursprünglich sollte der Choreograf Demis Volpi inszenieren; ihm schwebte ein radikales, aufrüttelndes Spektakel vor, Intendant Heribert Germeshausen hingegen ein niederschwelliges Fest der Sinne. Im Dezember trennte man sich einvernehmlich, kurzfristig sprang Giuseppe Spota ein, ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Thilo Braun

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