Huch und Ach

Geballte Kenntnis, verblüffende Bilder, schräge Vergleiche: In der Autobiografie des Kölner Kritikers Gerhard Bauer klingt ein diskursiv unterhaltsames Sprechen über Musik, das verloren zu gehen droht

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Darf man einen Buchtitel mit «Huch!» beginnen, diesem fast ausgestorbenen Füllsel aus dem Redeschwallrepertoire mitteilungsseliger Damen und neckischer Herren? Aber ja! Selbst wenn nicht der Autor, sondern der Verlag dieses «Huch!» aus den Texttiefen der Autobiografie auf den himmelblauen Buchdeckel gehievt hat: Es trifft recht gut eine Haltung, die einmal den Musikkritikern dieser Welt – und damit auch dem aus Wien stammenden und in Köln wirkenden Gerhard Bauer – entgegengebracht wurde. Hinter dem Huch! stecken nämlich zu gleichen Teilen Respekt und Vertrautheit.

Respekt, weil man den Kritiker als Autorität im Kulturleben ansieht. Und Vertrautheit, weil man ihm dafür schulterklopfend die Schrulligkeiten des Außenseiters nachsieht (Gerhard Bauer: «Huch, ein Kritiker! Leben und Lieben eines Wiener Journalisten in Köln». August von Goethe Literaturverlag, Frankfurt/M 2018; 175 Seiten, 14,80 Euro).

Gerhard Bauer, Jahrgang 1940, hat diese Mischung aus König und Hofnarr während seiner Jahrzehnte im Dienste des «Kölner Stadt-Anzeigers» gelebt – und er hat mit ihr gespielt. Als er 1969 aus seiner Heimatstadt Wien nach Köln kam, überraschte er nicht nur mit geballter Kenntnis, die er aus ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Michael Struck-Schloen

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