Hommage an das maritime Lübeck
Es hätte so schön gepasst, sich als Rahmen für Hanno Buddenbrooks «Lohengrin»-Erlebnis das Jugendstil-Haus an der Beckergrube vorzustellen. Aber das Theater, von dem Thomas Mann in seinem berühmten Familienroman schreibt und in dem er selbst, wie er später in einem Aufsatz berichtet, in seiner Kindheit und Jugend in Lübeck eine Reihe von «zaubervollen Abenden» verbracht hat, war der 1858 an gleicher Stelle errichtete Vorgängerbau, das sogenannte «Casinotheater». Als am 1.
Oktober 1908 nach nur etwa fünfzehnmonatiger Bauzeit das neue Stadttheater, das damals als die größte und technisch modernste Bühne Deutschlands galt, eingeweiht wurde, war der Dichter längst nach München übersiedelt.
Aber das Lübecker Stadttheater war zu seiner Entstehungszeit nicht nur, was Größe und technische Ausrüstung angeht, ein Haus der Superlative. Auch in die Ästhetik der Architektur hatte man ganz bewusst investiert, indem man dem Entwurf eines der bedeutenden Baumeister der damaligen Moderne den Zuschlag gegeben hatte, dem in Dresden lebenden und lehrenden Professor Martin Dülfer. Er galt nicht nur als einer der prägenden Vertreter der Münchener Jugendstilarchitektur des Jahrhundertbeginns, sondern ...
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