Höllenfahrt mit himmlischen Tönen
Quelvecchio maledivami – der Fluch des Monterone trifft Rigoletto schon während des kurzen Vorspiels, wenn er aus dem Kasten des Souffleurs klettert und einen grünen Overall über seinen Straßenanzug zieht. Er schminkt sich und setzt sich das Signum seiner Arbeit auf: die Narrenkappe. Seine Wirkungsstätte – «eine prachtvolle Halle im Palazzo des Duca di Mantua» (Szenenanweisung) – ist ein bedrohlicher Raum mit schwarzen Wänden: eine Hölle der Gehörnten.
Sie alle sind die Opfer der erotischen Gier und Unersättlichkeit, die der Herzog in seiner Ballata besingt, und alle sind sie dadurch auch zu Teufeln geworden.
Dies der Auftakt von Nikolaus Lehnhoffs glanzvoll besetzter Dresdner Inszenierung von Verdis «Rigoletto» unter der packenden musikalischen Leitung von Fabio Luisi. Der Hof des Duca di Mantua erscheint als eine kalt-bedrohliche Lusthölle, in der laszive Frauen sich barbrüstig exhibitionieren und makabre Tierwesen umhergeistern wie die Maskenfiguren in Stanley Kubricks «Eyes Wide Shut». Aus dieser Welt der Obsessionen und der bizarren Rituale kehrt Rigoletto zurück in ein anderes Gefängnis: eine leere Kammer, in dem er seine Tochter vor der Welt verborgen hält. Hier wird ...
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Mrs Joshua, in Robert Carsens Produktion von Händels «Semele» haben Sie das berühmte «Oh sleep, why dost thou leave me» nackt gesungen. Hat Sie das Überwindung gekostet?
Einfach war das für mich nicht. Schließlich ging ich in dieser Szene völlig nackt zur Seitenbühne ab, wo immer eine Menge Leute standen und glotzten. Aber in der Situation war es einfach...
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