Höhenflüge
Der eine, Freund Fritz, will nicht heiraten, nicht um den Wettpreis eines Weinbergs, den ihm sein Kumpel David verspricht, und obwohl er schon lange Zuneigung zu Suzel hegt. Der andere, Postillon Chapelou, heiratet dafür gleich zwei Mal: einmal die Gastwirtin Madeleine und dann, zehn Jahre später, als er in Paris als Opernstar «Saint-Phar» Furore macht, Madame de Latour. Als die Bigamie auffliegt, ist es fast um seinen Kopf geschehen, wären nicht die Bürger- und die Adelsfrau ein und dieselbe Person.
Mit zwei Raritäten machten die Tiroler Festspiele in Erl in der Wintersaison rund um Weihnachten und den Jahreswechsel bella figura. Zwar durften von den 730 Plätzen im Festspielhaus, neben der angestammten Passions- und Wagner-Spielstätte, die der geschasste Gründer Gustav Kuhn zum sommerlichen Mekka eines Alpen-Bayreuth gemacht hatte, nur 500 Karten verkauft werden (generös stiftete man dem Tiroler Gesundheitspersonal Freikarten), dennoch war die Publikumskulisse dicht und der Beifall für das Ungewöhnliche von großer Zustimmung geprägt. Man spürte: Hier ist ein Ansatz, den der künstlerisch Verantwortliche, Frankfurts Opernintendant Bernd Loebe, gut und gerne weiterentwickeln sollte. ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Karl Harb
Anders als Walter Felsenstein und Wieland Wagner, die als Mitbegründer des modernen Regietheaters gelten, hat Günther Rennert (1911–1977) kaum Spuren in der Theatergeschichte hinterlassen. Dabei war der Hamburgische (1946–1956) und Münchner (1967–1976) Intendant zu seinen Lebzeiten ebenso bekannt wie seine beiden berühmteren Kollegen. Zwischen dem hochstilisierten...
Auf den Plakaten zur Göteborger «Götterdämmerung» prangt nicht etwa Richard Wagners deutscher Titel des dritten und letzten Tages seiner Tetralogie. Vielmehr steht da in großen Lettern «Ragnarök» geschrieben. Jüngeren Besuchern fällt dazu die gleichnamige dänisch-norwegische Fantasy-Serie ein, die nordischen Mythos und aktuelle Umweltzerstörung kurzschließt. Für...
Jetzt habe er die Faxen aber dicke von der Oper, sagte Markus Lüpertz während der Pressekonferenz am Premierenabend. Mehr als acht Wochen hat der 80-Jährige im Mal- und Probensaal des Meininger Staatstheaters durchgearbeitet, nun scheint er zufrieden mit seinem Versuch, Puccinis «La Bohème» auf die Bühne gebracht zu haben. Das Publikum jedenfalls zeigte sich vom...
