Hochstimmung im Rumpelschloss
Offenbachs Œuvre erscheint wie ein Relief, an dem ständig gefeilt wird und unter dessen Oberfläche immer wieder neue Feinheiten zum Vorschein kommen. Um eine verlässliche Ausgabe der «Contes d’Hoffmann» wird spätestens gerungen, nachdem in den siebziger Jahren rund zwölfhundert Manuskript-Seiten im Schrank von Offenbachs Urenkel gefunden worden und in den Achtzigern das originale Textbuch sowie in den Neunzigern weitere einhundertvierundvierzig Takte aus einer Privatsammlung aufgetaucht waren.
Die «Fées du Rhin» kamen erstmals 2002 in rekonstruierter Fassung in Montpellier heraus. Im Dezember 2003 schließlich betrat die «Grande-Duchesse de Gérolstein» in einer von Jean-Christophe Keck philologisch frisch gewandeten Form die Bühne der Straßburger Oper, bevor sie in derselben Form im Oktober 2004 auch das Pariser Châtelet erreichte. Laurent Pelly hatte für diese Produktion Inszenierung und Kostüme entworfen, in Marc Minkowskis Verantwortungsbereich fiel die musikalische Aufsicht.
Diese unter anderem um das turbulente Finale des zweiten Aktes vervollständigte Version liegt nun gleich in doppelter Ausfertigung vor: als CD und als DVD. Man darf sich allerdings fragen: wozu doppelt? ...
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Seit 1997 liegen die musikalischen Geschicke des Bologneser Theaters in mittlerweile weltweit gerühmten Dirigentenhänden. Daniele Gatti, Musikdirektor des Hauses, in Mailand geboren und dort am «Giuseppe Verdi»-Konservatorium in Komposition, Orchesterleitung, Klavier und Violine ausgebildet, zählt heute zu den meistgefragten Taktstockvirtuosen der mittleren...
Es ist eine jener Premieren, die geradezu schizophren wahrgenommen wird: Fast geschlossen freut sich die zahlreich erschienene Presse an Christina Gassens Inszenierung von «Hänsel und Gretel» am Mainzer Staatstheater. Doch beinahe ebenso geschlossen hatte das Premierenpublikum lautstark gegen die Deutung votiert – Publikumsbeschimpfung aus den eigenen Reihen...
Mit seinen Opern verfuhr Georg Friedrich Händel pragmatisch: Wenn für eine Wiederaufnahme die Sängerbesetzung gewechselt hatte, zögerte er nicht, das ganze Werk auf deren Stärken und Schwächen hin neu zuzuschneiden. Zwölf neue Arien schrieb er, als seine erste Londoner Seria «Radamisto» Ende Dezember 1720, nur ein halbes Jahr nach der umjubelten Premiere, wieder...
