Im Schatten des Vaters
Zwischen 1899 – da war Siegfried Wagner bereits dreißig Jahre alt – und seinem Tod im Jahr 1930 hat der einzige Sohn Richard Wagners vierzehn abendfüllende Opern vollendet, zwei im Particell hinterlassen und von zweien nur den Text fertiggestellt. Daneben wirkte er auf ausgedehnten Konzertreisen als Dirigent, inszenierte im Sommer in Bayreuth und leitete oft das Festspielorchester, von der Gesamtverantwortung für die Festspiele ab dem Jahr 1908 ganz abgesehen.
Damit ist sein musiktheatralisches Schaffen quantitativ größer als das seines Vaters Richard – entstanden in einem weitaus geringeren Zeitraum. Aber selbst einzelne Werke sind mit dessen Œuvre kaum zu vergleichen. Schon deshalb, weil der Sohn keineswegs ein Epigone des hochverehrten Vaters war.
Nur drei Märchen-Opern («Der Bärenhäuter», «An allem ist Hütchen schuld» und «Das Flüchlein, das jeder mitbekam») hat Siegfried komponiert, auch wenn fast alle Titel dergleichen vermuten lassen. Seine anderthalb Dutzend Werke für das Musiktheater decken ein großes Spektrum (nicht nur) deutscher Geschichte ab und sind vielfach autobiografisch verortet, wie Bernd Schünemann im 2003 erschienenen Bericht des ersten Internationalen ...
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