Hochspannung

Verdi: Rigoletto
Rom | Teatro dell’Opera

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Gilda und Rigoletto belauschen von draußen, wie sich der Herzog in der Wirtsstube an Maddalena heranmacht: Die zentrale Quartett-Szene im dritten Akt fasst simultanes Geschehen in getrennten Räumen musikalisch zusammen und bringt das Drama damit auf den Punkt. Denn Gilda ist nun gezwungen zu erkennen, wer ihre Entführung aus dem väterlichen Haus veranlasst hat – um sexuell über sie verfügen zu können.

Dieser Blick durch Wände auf die Wahrheit wird in der Inszenierung Daniele Abbados, die zunächst in konventionellen Bahnen verläuft, symbolisch mitvollzogen.

Der realistisch-düstere, aus Mauern, Treppen, Räumen komponierte Schauplatz (Bühne und Licht: Gianni Carluccio) verflüchtigt sich: Wände, die zuvor isolierten und schützten, verschwinden nach und nach oder werden durchsichtig. Am Ende steht nur noch eine Haustür in der Bühnenmitte – letztes Rudiment eines umschlossenen Raums; doch selbst diese Requisite wird nicht mehr realistisch bespielt: Sparafucile tritt mit Gildas leblosem Körper nicht durch diese Pforte, er läuft an ihr vorbei.

Abbado geht es hier nicht mehr um eine durch Verstellung überformte Realität, sondern um die (Un-)Wahrhaftigkeit menschlicher Beziehungen. Dank ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Richard Erkens

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