Heilige, Hexen und Huren
Das Positive vorab: Mit der Uraufführung von «Luther», der so bezeichneten «neoromantischen Oper» von Roland Baumgartner und Rolf Rettberg, hat das Theater Hof seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Über zwanzig Solisten, dazu Chor, Extrachor, Kinderchor, Ballett und Statisterie summieren sich – die Bühnenmusik und die agilen Hofer Symphoniker unter Musikdirektor Arn Goerke noch nicht mitgezählt – auf über achtzig Mitwirkende, die sich in Barbara Schwarzenbergers gefällig historisierenden Kostümen zu einem beeindruckenden Schlussbild formieren.
Rolf Rischer sorgt mit schnell wandelbaren Bühnenbauten und Projektionen dafür, dass immer wieder andere Schauplätze für die neunzehn chronologischen Bilder des Stücks aufscheinen. Da wechselt kirchliche und klösterliche Abgeschiedenheit mit weltlichem Prunk im Rom des 16. Jahrhunderts und beim Reichstag zu Worms, da treten Heilige, Hexen und Huren auf.
Das Problem besteht darin, dass das Stück nicht hält, was es verspricht. Man hat den Eindruck, dass die von der katholischen Kirche so empfundene Hybris des Titelhelden auf die Verantwortlichen abgefärbt hat: «Luther» ist mitnichten eine «neoromantische Oper in zwei Aufzügen», sondern von Text ...
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Das kann man wohl sagen. Als ich zur Schule...
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