Haus der Geschichte(n)
Ein nostalgisches Karussell mit bunten Holzpferdchen dreht auf der Bühne seine Runden. «Ringelspiel» nennt man ein solches Kinderkarussell in Österreich. Später kreiselt auch noch der Bühnenboden, aber in die Gegenrichtung. Am Schluss hebt das Dach ab und verwandelt sich in jene Windmühlenflügel, gegen die der Ritter von der traurigen Gestalt Don Quijote vor Jahrhunderten vergeblich ankämpfte. Das alles sieht imposant aus und zeigt, was die nagelneue, tadellos schnurrende Bühnentechnik am frisch sanierten (Musik-)Theater an der Wien so alles draufhat.
Künstlerisch bleibt der Neustart leider etwas matt. Pünktlich zum 200. Geburtstag von Johann Strauss wurde eine seiner vergessenen Operetten ausgegraben: «Das Spitzentuch der Königin» war nach der Uraufführung 1880 am gleichen Ort einer der größten Erfolge des Walzerkönigs.
Die Handlung ist im Portugal des 16. Jahrhunderts angesiedelt, wo ein gewisser Cervantes auftaucht und sich in die Staatsgeschäfte einmischt. Das Land steht unter der Fuchtel eines skrupellosen Premierministers, der junge König frönt hedonistischen (gern außerehelichen) Genüssen, der Fortbestand der Monarchie ist bedroht. Für die Wiener Gesellschaft von 1880 war ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Regine Müller
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Das stimmt. Identität und...
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