Grundlagen der Darstellung
Rezensieren kann man dieses Buch eigentlich nicht. Es wird von seinem Autor als «Arbeitsbuch», an anderer Stelle als «subjektiv verfasstes Übungsbuch» bezeichnet. Beides trifft zu. Das heißt: Sängerinnen und Sänger sollten dieses Buch nehmen und die darin vorgeschlagenen Übungen ausprobieren – in der Gruppe oder im stillen Kämmerlein. Dann wird man den Wert der Vorschläge erfahren – und sicherlich einige wertvoller finden als andere. Das gehört zur Sache. Fakt und an dieser Stelle mitteilenswert ist daher nur Folgendes.
Gerd Heinz (Jahrgang 1940), der von 1997 bis 2008 als Professor an der Freiburger Musikhochschule lehrte, als Schauspieler anfing und später viel für das Sprech- und Musiktheater inszenierte, hat den von ihm entwickelten Kurs «Grundlagen der Darstellung» zu Papier gebracht. Entwickelt wurde dieser Kurs schon in den 1960er-Jahren, damals noch an der Hamburger Musikhochschule. Heinz hat ihn im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt und verfeinert. Er schildert die Übungen (und einige der damit gemachten Erfahrungen) in vier Kapiteln, die überschrieben sind: Raum, Körper, Bild, Sprache. Dabei geht es nicht um Darstellungstheorien, sondern um Handwerk. Gleichwohl ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Stephan Mösch
Nach dieser Aufführung möchte man sprachlich Fahnenflucht begehen, die abgewohnten Worte hinter sich lassen. Denn das, was man an diesem Abend, bei Romeo Castelluccis beklemmender, weit über das Theatralisch-Szenische hinausgehender Exegese von Glucks «Orfeo ed Euridice» erlebt, entzieht sich jeder üblichen Beschreibung.
Bei seiner Annäherung an den...
Als eine Art pièce de résistance gilt Brittens «Billy Budd» innerhalb der opernaffinen Queer-Community. Der «schöne Matrose», der alle Bewunderung an Deck eines Kriegsschiffs auf sich zieht, wird gern als Bild latent homosexueller Arbeits- und Lebenszusammenhänge gedeutet. Und entspricht so möglicherweise sogar den Intentionen des Komponisten (dessen Lebenspartner...
Die Macht der Annalistik: Zum 150. Geburtsjubiläum präsentiert Brigitte Fassbaender in Kooperation mit dem Richard Straus Institut in Garmisch-Partenkirchen eine Edition sämtlicher Klavierlieder. Aufgeboten sind drei Soprane, zwei Mezzosoprane, fünf Tenöre, zwei Baritone, ein Bass und fünf Pianisten. Fassbaender selbst ist als eindringliche Rezitatorin zweier...
