Grundlagen der Darstellung
Rezensieren kann man dieses Buch eigentlich nicht. Es wird von seinem Autor als «Arbeitsbuch», an anderer Stelle als «subjektiv verfasstes Übungsbuch» bezeichnet. Beides trifft zu. Das heißt: Sängerinnen und Sänger sollten dieses Buch nehmen und die darin vorgeschlagenen Übungen ausprobieren – in der Gruppe oder im stillen Kämmerlein. Dann wird man den Wert der Vorschläge erfahren – und sicherlich einige wertvoller finden als andere. Das gehört zur Sache. Fakt und an dieser Stelle mitteilenswert ist daher nur Folgendes.
Gerd Heinz (Jahrgang 1940), der von 1997 bis 2008 als Professor an der Freiburger Musikhochschule lehrte, als Schauspieler anfing und später viel für das Sprech- und Musiktheater inszenierte, hat den von ihm entwickelten Kurs «Grundlagen der Darstellung» zu Papier gebracht. Entwickelt wurde dieser Kurs schon in den 1960er-Jahren, damals noch an der Hamburger Musikhochschule. Heinz hat ihn im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt und verfeinert. Er schildert die Übungen (und einige der damit gemachten Erfahrungen) in vier Kapiteln, die überschrieben sind: Raum, Körper, Bild, Sprache. Dabei geht es nicht um Darstellungstheorien, sondern um Handwerk. Gleichwohl ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Stephan Mösch
Drei Jahrzehnte waren ihr zunächst vergönnt. Beginnend mit der Uraufführung im April 1801 zur Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest, dem heutigen Teatro Verdi, bis zu einer noch verbuchten Produktion in Palermo anno 1831. Dann sah es lange düster aus für «Ginevra di Scozia» von Simon Mayr. Für den dreistündigen Zweiakter bediente sich der bayrisch-italienische...
Es ist nicht so schlimm wie beim «Troubadour». Aber auch Verdis «Simon Boccanegra» erfordert einige Übersicht. Dass Liebe, Intrigen und Missverständnisse in ferner Vergangenheit wurzeln, wird den Figuren zum Verhängnis: Alle schauen wehmütig bis wütend zurück, anstatt sich um die Gestaltung der eigenen und der politischen Zukunft zu kümmern. Ganz besonders heikel...
Madame liegt im Krankenbett, wenn sie nicht nachts herumstreunt und vom Gatten eingefangen werden muss. Der war am Schreibtisch eingenickt. «Rien» hatte er bei der Suche nach Sinn herausgefunden – wieder mal: nichts. Le docteur Faust ist – wie vor einem halben Jahr bei Jan-Philipp Gloger in Zürich – verheiratet, doch es zieht ihn mit einschlägig diabolischer...
