Grundkurs Pazifismus

Wagner: Die Feen NEUSTRELITZ | LANDESTHEATER

Opernwelt - Logo

Eine Wagner-Oper um vier Uhr nachmittags – da kommen Festspiel-Gefühle auf! Die Sonne brennt, das Satteldach des Bühnenhauses von Neustrelitz grüßt über die Wiesen und Wipfel wie jenes in Bayreuth über Kleingartenanlagen und Maisfelder. Das Theater in der mecklenburgischen Residenzstadt liegt sogar auf einer Erhebung, die wir ruhig mal einen Hügel nennen. Nebenan thronte früher das prächtige Schloss, wenige Tage vor Kriegsende brannte es aus.

Das Programm freilich unterscheidet sich: Gezeigt wird Wagners Jugendoper «Die Feen», um die Bayreuth bislang eher einen Bogen gemacht hat, darin dem Meister folgend, der von dem Stück später nichts mehr wissen wollte. Die Uraufführung fand fünf Jahre nach Wagners Tod statt, unter Beteiligung eines jungen Dirigenten namens Richard Strauss. Die Kritik Eduard Hanslicks war erwartbar vernichtend, die Begeisterung des Publikums groß. Und auch in Neustrelitz wird heftig applaudiert, schon vor der Pause, erst recht aber am Ende. Man kann alles Mögliche über das Stück sagen, aber nicht, dass es an Drama, Schwung und Energie mangeln würde. Dass hier schon fast der ganze Wagner angelegt ist mit seinen Motiven von Frageverbot, bedingungsloser Liebe und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Clemens Haustein

Weitere Beiträge
Hinreißend

Seit seiner Ernennung zum Künstlerischen Leiter des Nischni Nowgoroder Opernund Balletttheaters im Jahr 2022 hat Alexej Trifonow planmäßig damit begonnen, das Gesicht des Hauses zu verändern, das in der Post-Perestroika-Zeit beim Publikum kaum noch auf positive Resonanz stieß. Indem er geschickt in der komplexen kulturpolitischen Landschaft laviert, gelingt es dem...

Der Liebe Macht

Draußen vor der Tür glüht das Pflaster, drinnen im Saal das Verlangen. Doch vergeblich. Zernichtet ist die Zauberin, ein mächtiger Donnerschlag hat das Ende ihrer Herrschaft in der Oper Frankfurt eingeleitet. Göttlicher Wille? Womöglich. Jedenfalls (und sehr buchstäblich) ein Einschnitt, eine Peripetie. Aufgerissen die Wände ihres Reichs, aufgerissen ihre Seele....

Einfach himmlisch

Sie war eine Göttin schon ihrem Vornamen nach. Doch nicht deswegen betörte Célestine Galli-Marié eine ganze Generation von Opern-Aficionados in der Zauberstadt Paris. Es war ihre Stimme, ihr Spiel, die das Publikum magnetisch anzog und einige der besten Komponisten des Landes dazu anregte, Bühnenwerke zu komponieren, die der französischen Sopranistin auf den Leib,...