Grundkurs Pazifismus
Eine Wagner-Oper um vier Uhr nachmittags – da kommen Festspiel-Gefühle auf! Die Sonne brennt, das Satteldach des Bühnenhauses von Neustrelitz grüßt über die Wiesen und Wipfel wie jenes in Bayreuth über Kleingartenanlagen und Maisfelder. Das Theater in der mecklenburgischen Residenzstadt liegt sogar auf einer Erhebung, die wir ruhig mal einen Hügel nennen. Nebenan thronte früher das prächtige Schloss, wenige Tage vor Kriegsende brannte es aus.
Das Programm freilich unterscheidet sich: Gezeigt wird Wagners Jugendoper «Die Feen», um die Bayreuth bislang eher einen Bogen gemacht hat, darin dem Meister folgend, der von dem Stück später nichts mehr wissen wollte. Die Uraufführung fand fünf Jahre nach Wagners Tod statt, unter Beteiligung eines jungen Dirigenten namens Richard Strauss. Die Kritik Eduard Hanslicks war erwartbar vernichtend, die Begeisterung des Publikums groß. Und auch in Neustrelitz wird heftig applaudiert, schon vor der Pause, erst recht aber am Ende. Man kann alles Mögliche über das Stück sagen, aber nicht, dass es an Drama, Schwung und Energie mangeln würde. Dass hier schon fast der ganze Wagner angelegt ist mit seinen Motiven von Frageverbot, bedingungsloser Liebe und ...
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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Clemens Haustein
arte
04.08.– 00.05 Uhr Francesco Cilea: Adriana Lecouvreur
Nach der erfolgreichen ersten Zusammenarbeit mit Lettlands Nationaloper bei Poulencs «Dialogues des Carmélites» kehren Vincent Boussard und sein Team nach Riga zurück, um Francesco Cileas Musikdrama «Adriana Lecouvreur» in einen barocken Rahmen zu setzen und ihm zugleich einen modernen regenbogenbunten...
Den Begriff kennen wir aus der Philosophie des 17. Jahrhunderts. Anno 1649 verfasste René Descartes seinen legendären Tractatus logicus «Les Passions de l’âme» (Die Leidenschaften der Seele) und legte damit ein Traktat vor, das, wiewohl nur subkutan, erhebliche Wirkung vor allem auf jene Kunstform ausübte, die sich a priori glänzend eignete für diesen prekären...
Io moro!», seufzt Sara – und sinkt mit einer lakonischen Orchesterkadenz ohnmächtig zu Boden. Man kann sie verstehen: In Metastasios oft vertontem Oratorienlibretto bleibt der Erzmutter des Volkes Israel wirklich nichts erspart. Und in dieser Produktion des «Isacco» der Komponistin Marianna Martines (1744–1812) noch weniger.
Die Genesis lässt es offen, aber...
