Armenien, mon amour

Eindrücke vom 43. Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb in Bern

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Bern bebt. Bern brüllt. Bern brummt. Je nachdem, wo man sich an diesem heißen Frühsommertag aufhält (es ist zugleich der längste des Jahres), begegnet man den unterschiedlichsten Formen von Klang oder Geräusch. Rund um den Bundesplatz im Zentrum zieht eine sichtlich aufgebrachte, aber friedliche Menge von rund 10.000 Menschen mit Mikrophonen, Transparenten und einer gehörigen Portion an emotionaler Energie durch die engen Gassen, von der Polizei umsichtig eskortiert.

Die Demonstranten haben sich versammelt, um ihrer Forderung nach einem freien Palästina nachhaltigen und lautstarken Ausdruck zu verleihen. Einige der Rednerinnen und Redner steigern sich dabei in einen Rausch hinein, der das Mindestmaß an rhetorischer Eleganz um einiges übersteigt, was wiederum kaum verwundern darf – die katastrophale Lage im Gaza-Streifen führt bei nicht wenigen Menschenkindern zu einem eklatanten Ausstoß an nachgerade biblischer Zornesaufwallung. Bis hin zum Berner Theater dröhnt das Geräusch, und auch dort werden extreme Gefühle verhandelt, nur eben etwas mildtönend-klassischer.

Zum ersten Mal überhaupt in der 43-jährigen Geschichte der «International Hans Gabor Belvedere Singing Competition» ...

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Opernwelt August 2025
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Jürgen Otten

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