Großer Wurf

Händel: Giulio Cesare in Egitto an der Deutschen Oper Berlin

Opernwelt - Logo

Alles, was Oper kann!», wählte Tobias Kratzer als Motto für seine erste Spielezeit an der Hamburgischen Staatsoper. Alles, was Barockoper kann: So wiederum könnte man David McVicars Inszenierung von Händels «Giulio Cesare in Egitto» überschreiben. 2005, also vor über 20 Jahren, hatte diese Produktion Premiere beim Glyndebourne Festival, Christoph Seuferle, dem Operndirektor der Deutschen Oper Berlin, gefiel die Inszenierung so gut, dass er sie an sein Haus holte.

Erstmals Barockoper also an der Bismarckstraße, wo man, was Alte Musik angeht, bislang Vorsicht hatte walten lassen: Wäre der riesige Saal mit seinen bald 2000 Plätzen nicht zu groß, zu wenig intim?

Wer wagt, kann gewinnen: Das Barockopern-Experiment der Deutschen Oper darf man als sehr gelungen bezeichnen, was zunächst mit David McVicar zu tun hat und der Selbstverständlichkeit, mit der er die riesige Bühne bespielt. Vieles hat hier Platz: Gestaffelte Kulissen und ein Bühnenprospekt, der die Weite des Himmels zeigt, zitieren die barocke Bühne. Soldaten des britischen Empires treten auf, Tropenhelme auf dem Kopf, auch mal einen Kescher in der Hand. Caesar in Ägypten, das ist hier ein Offizier an der Spitze seiner ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 64
von Clemens Haustein

Weitere Beiträge
Gerade noch gut gegangen

Bei der Premiere saß die Claque gut hörbar links im Parkett. Dabei wäre sie gar nicht nötig gewesen, denn in Bern ereignete sich ein kleines Theaterwunder. Auf dem Spielplan stand Verdis «La forza del destino», keine triviale Aufgabe. Am Werk war ein Kreativ-Team um Regisseurin Julia Lwowski. Wer die aus dem Kollektiv «Hauen und Stechen» – was ja gut zu einer...

Spielpläne 6/26

ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND

Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de 
- Obermüller/Gilbert, Malina: 6., 25.
- Puccini, Suor Angelica: 7. (P) ML: Handschuh, I: Bartsch - Tschaikowsky, Eugen Onegin: 14.
- Bartók, Herzog Blaubarts Burg: 21. (P), 28. ML: Ward -...

Genius des Biedermeier

Als Herzog Bernhard, im Bruderkrieg 1866 törichterweise mit Habsburg verbündet, nach der Niederlage partout nicht weichen wollte, zog ein preußischer Spielmannszug vor das Meininger Schloss und intonierte «Sonst spielt’ ich mit Szepter, mit Krone und Stern»; der Landesvater kannte seinen Lortzing – und trat zurück. Auch Bernhards monumentaler Gegenspieler Bismarck...