Großer Bahnhof im Großen Haus
«300 Jahre Theater in Darmstadt»: Man kann ein solches Jubiläum ganz unterschiedlich feiern: mit einer Festoper etwa, Wagner ist immer gut geeignet, oder mit neuen Werken. Oder: mit Kostproben aus allen Genres und Sparten. In dieser Spielzeit hat Darmstadt nicht nur «Fidelio», «Rheingold» und «Walküre» auf dem Premierenprogramm stehen, sondern auch zwei Uraufführungen.
Die erste, «Lord Byron» des katalanischen Komponisten Agustí Charles, hat im März das Licht der Bühnenwelt erblickt, im April folgte ein Projekt, das weltweit wohl einmalig ist: «Der Prinz von Jemen», eine abendfüllende Oper, entwickelt von acht jungen Komponisten im Alter zwischen 9 und 23 Jahren. Dass sich ein Staatstheater samt Orchester, Chor, Statisterie und gestandenen Solisten eines solchen Projektes annimmt und acht Vorstellungen im Großen Haus dafür ansetzt, ist ein großes Wagnis.
Das Projekt fällt mit einem weiteren Jubiläum zusammen: Seit 20 Jahren gibt es an der Darmstädter Akademie für Tonkunst eine Kompositionsklasse für Kinder und Jugendliche. Unter Leitung von Cord Meijering sind hier bereits zwei Opern in kleinerem Format entstanden. Die jetzt umgesetzte Großproduktion ist ein Herzensprojekt von ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Claus Ambrosius
Ein bemerkenswerter, ein großer Stoff von weltgeschichtlicher Relevanz – und eine bemerkenswert konzise Umsetzung. Wo andere – wie etwa Thomas Mann in seinem «Fiorenza»-Drama – mit breitem Pinsel den Kontrast ausmalen zwischen lebensbejahender Renaissance und dem asketischen, von religiösem Fanatismus geprägten Mönchstum Savonarolas, schafft Volker David Kirchner...
Frédéric Chopin liebte die Oper. Er kannte fast alle Werke seiner Zeit, und er paraphrasierte einige davon in seinen Kompositionen. Ein eigenes Werk der Gattung aber schrieb er, obwohl wohlmeinende Freunde ihn dazu drängten, nie. Was Chopin, als er starb, nicht wusste, nicht wissen konnte: Ein anderer war da, der die Lücke füllte – nur ein wenig anders, als es...
Monsieur Dorny, Sie sind 2003 nach Lyon gekommen. Haben Sie erreicht, was Sie sich damals für dieses Opernhaus vorgenommen hatten?
Ein gutes Stück davon habe ich schon geschafft, denke ich. Lyon war in den achtziger und neunziger Jahren mit Chefdirigenten wie John Eliot Gardiner und Kent Nagano ein Haus mit großer Ausstrahlung über die Grenzen Frankreichs hinaus. Es...
