Große Sänger - erfüllte Interpretationen

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Renato Capecchi war sechsundzwanzig Jahre alt, als er in Aix-en-Provence unter Hans Rosbauds Leitung seinen ersten Don Giovanni sang. Jahrzehnte später erzählte er mir, dass er, der Italiener, erst von dem deutschen Maestro gelernt habe, wie man italienische Secco-Rezitative richtig gestaltet. Doch die theatralisch ungewöhnlich lebendigen (klavierbegleiteten) Rezitative des jetzt erstmals veröffentlichten Mitschnitts sind nicht das einzig Bemerkenswerte der Aufführung. Capecchis Don hat ungewöhnlich viele komödiantische Nuancen, es fehlt ihm aber durchaus nicht an viriler Kraft.

Der Leporello von Marcello Cortis bleibt ihm an Spielwitz nichts schuldig. Das übrige En­semb­le, angefangen mit Léopold Simoneaus singulärem Don Ottavio, ist erstklassig, wobei die beiden Donnas von Carla Castellani (einer heute vergessenen Scala-Diva der vierziger Jahre) und Suzanne Danco in der Stimmfarbe zu wenig kontrastieren.
Eine der packendsten «Otello»-Auffüh­rungen der Metropolitan Opera hat Naxos jetzt in überarbeitetem Klangbild neu auf­gelegt. Der Dirigent Ettore Panizza entfacht Orchesterstürme, die streckenweise zum Orkan anschwellen. Doch die Sänger trotzen diesen musikalischen Naturgewalten, ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: CDs, Seite 57
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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