Große Sänger - erfüllte Interpretationen
Renato Capecchi war sechsundzwanzig Jahre alt, als er in Aix-en-Provence unter Hans Rosbauds Leitung seinen ersten Don Giovanni sang. Jahrzehnte später erzählte er mir, dass er, der Italiener, erst von dem deutschen Maestro gelernt habe, wie man italienische Secco-Rezitative richtig gestaltet. Doch die theatralisch ungewöhnlich lebendigen (klavierbegleiteten) Rezitative des jetzt erstmals veröffentlichten Mitschnitts sind nicht das einzig Bemerkenswerte der Aufführung. Capecchis Don hat ungewöhnlich viele komödiantische Nuancen, es fehlt ihm aber durchaus nicht an viriler Kraft.
Der Leporello von Marcello Cortis bleibt ihm an Spielwitz nichts schuldig. Das übrige Ensemble, angefangen mit Léopold Simoneaus singulärem Don Ottavio, ist erstklassig, wobei die beiden Donnas von Carla Castellani (einer heute vergessenen Scala-Diva der vierziger Jahre) und Suzanne Danco in der Stimmfarbe zu wenig kontrastieren.
Eine der packendsten «Otello»-Aufführungen der Metropolitan Opera hat Naxos jetzt in überarbeitetem Klangbild neu aufgelegt. Der Dirigent Ettore Panizza entfacht Orchesterstürme, die streckenweise zum Orkan anschwellen. Doch die Sänger trotzen diesen musikalischen Naturgewalten, ...
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Couplets in Operetten werden gern dazu benutzt, Staat und Politik eins auszuwischen. Diese werden dann als «Operette» herabgewürdigt und verspottet. In Österreich funktioniert das Spielchen am besten. Die Politiker nehmen‘s gelassen, schützt es sie doch davor, ernst genommen zu werden. Ist halt Operette. Die Bürger fühlen sich erleichtert, haben sie es denen doch...
Jan Müller-Wieland (39) reichert sein musiktheatralisches Schaffen mit einem neuen Stück an, das sich vom Genre Literaturoper abwendet. Im Auftrag des Theaters Bonn, das seine finanziell gefährdete Novitätenreihe «BonnChance» nur noch mit Hilfe des örtlichen Beethovenfests durchhalten kann, komponierte er den Einakter «Die Irre oder Nächtlicher Fischfang» nach...
Als der spanische König Philipp III. sah, wie ein junger Mann sich vor Lachen krümmte, kommentierte er dies mit den Worten: «Entweder der Bursche hat den Verstand verloren, oder er liest gerade den ‹Don Quijote›». Kann man den eigentümlichen Charakter eines Buchs besser beleuchten, das vor genau vierhundert Jahren das Licht der nicht allein literarischen Welt...
