Grenzerlebnis

Mozart: Die Zauberflöte am Staatstheater Nürnberg

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Der Tunnel am Ende des Lichts, das Schweben durch den Sterberaum, das Zusammentreffen mit bereits hinübergegangenen Verwandten: So kennt man das aus Berichten über Nahttoderlebnisse. Manches wird von der Hirnforschung sogar bestätigt. Nichts dergleichen passiert Tamino. Das sind andere Gestalten, die ihm begegnen. Ein Dämon, eine Mixtur aus Hahn, Mephisto und Joker, der sich Papageno und «Seelenfänger» nennt. Ein archaischer Priester zwischen Asia-Gottheit und Bischof. Eine Königin mit explodierter Frisur, die während ihrer Arie ihre aufblasbaren Stacheln ausfährt.

Ein Underdog, der sein transparentes Riesengemächt zu verbergen sucht. Und ein Wesen, das so aussieht wie Tamino: Krankenhemd, Stoffhaube mit merkwürdigen Stöpseln auf dem Kopf. Das ist Pamina, seine andere, weibliche und, so zumindest behauptet das die Regie, auch bessere Hälfte.

Mozarts «Zauberflöte» als Grenzerlebnis am Rande zum Jenseits, als Rückblende oder Vision, dazu eine Portion Anima-Animus-Lehre à la C. G. Jung, das riecht nach Dramaturgenschweiß. Man kann am Staatstheater Nürnberg diesen Prämissen nachspüren und ihre szenische Realisierung (die nicht immer gelingt) überprüfen. Man kann sich dieser ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Markus Thiel

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